Kunst und Kultur




 

Ausstellung im Rathaus Kaufering

von Anne Rücker und
Bernd Kittlinger 

Ausstellung zur Dokumentation des „Schmittenbauerhofes“ in Kaufering

zu besichtigen
von Montag 26.06.2017
bis Freitag 15.09.2017

zu den normalen Öffnungszeiten.

 

An seinem angestammten und ortsbildprägenden Standort direkt unter der niedergegangenen alten Welfenburg und der heute noch hoch darüber thronenden Pfarrkirche des alten Dorfes Kaufering steht er nicht mehr.

Hans Koch berichtete, dass der Hofmarksherr Heinrich Haidenbucher (deshalb gibt es die Haidenbucherstraße) 1585 den Hof „bey den Schmidten an St. Johannis Gothaus“ an das Heilig-Geist-Spital in Weilheim verkauft hat. Über dem Hof sicherte in noch früheren Zeiten die Welfenburg  im 12. Jhd. hier den Lechübergang. Das abgerissene Wohnhaus war der traurige Rest des einstmals stolzen großen und alten Anwesens, dessen Vorgängerbau auf diesem Grundstück sicher ins 12.Jahrhundert datiert werden kann. Der Stadel erlitt aus Sicherheitsgründen noch vor dem Bauernhaus  das Schicksal abgerissen zu werden. Der Schmittenbauernhof, wie er genannt wurde, war kein Sicherheitsrisiko, aber eine Mehrheit im Gemeinderat war gegen seine Renovierung. Das ist inzwischen Vergangenheit.

Um an diese sehr alte Hofstelle zu erinnern, hat unser erste Bürgermeister Erich Püttner ein Fotoarchiv angeregt.

Zwei Fotografen, Anne Rücker und Bernd Kittlinger sind mit Eifer an diese Fotoarbeiten heran gegangen. Viele Tage forschten sie auf dem Gelände und auch bei den Nachkommen, um ein Verständnis für die Geschichte des Hofes zu erlangen. Daraus sind zahlreiche eindrucksvolle Bilder zu einer Bildergeschichte entstanden, von der nun Teile im Rathaus ausgestellt sind. Sie vermitteln überraschende Einblicke. Mit Stativ und teilweise Blitz wurde der massive Baukörper in all seinen Facetten eingefangen, einschließlich seines Niederganges. Rückblickend hatte er trotz seiner Größe etwas Leichtes in der Blickachse „Oberer Wirt“ und Pfarrkirche.

Er fügte sich geschmeidig wie eine Skulptur in die Landschaft ein. Wer sehen wollte, konnte das erkennen. Herr Kittlinger sagt das so: „Wer schneller sieht, sieht mehr. Wer mehr sieht, erlebt mehr, Wer mehr erlebt, hat mehr vom Leben.“  Denkmalschutz wurde dem Wohnhaus versagt, da zu viel schon im Laufe des 20 Jahrhunderts und auch vorher geändert wurde, dennoch zeigt die Ausstellung viele originelle Details.

Diese wurden ohne Stativ und Blitz mit einer CANON G12 aufgenommen. Im Nahbereich wurde fotografiert, was ein geübtes Auge erfassen konnte. So entstanden Bilder, deren Deutung ohne Text schwierig ist. Ist es nur Farbe, Reste von Putz oder Moos oder Eisen oder Holz? Alte Technik ist dabei. Es sind gelungene Bilder, nicht sentimental, sondern einfach Gesehenes in Fotokunst umgesetzt. Nicht entfremdet und bearbeitet, sondern Fotorealismus in vollendeter Form. Die Ausstellung ist auch für die Menschen interessant, die den Schmittenbauerhof so und von innen nicht kannten. Herzlicher Dank an die beiden Fotografen für die Gestaltung dieser Ausstellung.

Pilz Hans, Kulturreferent Markt Kaufering


Kulturreferent in Kaufering : Hans Pilz