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 SEITENNAVIGATION



(erstellt am: 22.12.2021)

Stellungnahme des Marktes Kaufering in Sachen „Ansiedelung der Firma Intel“

Stellungnahme des Marktes Kaufering in Sachen „Ansiedelung der Firma Intel auf dem ehemaligen Fliegerhorstgelände Penzing“

Sehr geehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger,

wie Sie bereits aus der örtlichen Presse bzw. den Medien entnehmen konnten, gibt es konkrete Überlegungen der Stadt Landsberg, zusammen mit der Gemeinde Penzing, den internationalen Chiphersteller Intel auf dem ehemaligen Militärgelände in Penzing anzusiedeln.

Der Markt Kaufering ist mit dem direkt an das gegenständliche Areal angrenzende Kauferinger Gemeindegebiet durch die Überplanung des Fliegerhorstes, bzw. den Ansiedlungsplänen der Firma Intel und den zu erwartenden Auswirkungen unmittelbar betroffen.

Deswegen haben wir uns - der Marktgemeinderat (einstimmig) zusammen mit mir - dazu entschlossen, dass es an der Zeit ist, unsere Position zu dem geplanten Vorhaben kundzutun und Sie – liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger – darüber in Kenntnis zu setzen.

Eine Einbindung des Marktes Kaufering zu diesem – wie wir finden – landkreisübergreifenden Großprojekt durch die Stadt Landsberg oder Gemeinde Penzing erfolgte bisher leider nicht.

Die Vorgehensweise, dass sämtliche Entscheidungsprozesse nichtöffentlich stattgefunden haben und stattfinden und der spärliche Informationsfluss lediglich über die Presse erfolgt, ist mehr als fragwürdig anzusehen. Es erweckt den Eindruck, dass der Ansiedlungsprozess möglichst „verdeckt“ stattfinden soll. Bei den zu erwartenden Ausmaßen eines solchen Projektes sind wir der Meinung, dass hier eine umfangreiche transparente Informationskette stattfinden muss.

Aus Sicht des Marktes Kaufering sprechen folgende Punkte konkret gegen dieses Vorhaben:

  • Wasserversorgung des Marktes Kaufering: Das bestehende Wasserschutzgebiet von Kaufering grenzt unmittelbar an das geplante Areal an. Ein Wasserrechtsantrag (Bewilligungsantrag) mit einer Erweiterung des Wasserschutzgebietes wurde abgegeben.
  • Sehr hoher Wasserverbrauch durch die Firma Intel: Für die Produktion eines Chips werden zirka 10 Liter Wasser benötigt, das bedeutet einen jährlichen Verbrauch von etwa 30 Millionen m³ Wasser. Um diesen enormen Wasserbedarf zu decken, gibt es Überlegungen, Wasser aus dem Lech zu entnehmen und erwärmtes Restwasser wieder in den Lech zurückzuleiten. Wir sehen hier eindeutig die Gefahr, dass der „Lebensraum Lech“ über einen weiten Teil seines natürlichen Verlaufs in seiner einzigartigen Vielfalt in Natur- und Tierwelt geschädigt wird.
  • Massive Zunahme des Verkehrs: Noch mehr Autos auf den gesamten Landkreisstraßen werden dazu führen, dass in Kaufering der Durchgangsverkehr zunehmen wird - hier vor allem die Augsburger Straße, die Bayernstraße und die Kreisstraße durch Altkaufering. Sollte eine Ansiedlung erfolgen, so wird sich Kaufering mit den Planungen für eine „Südumfahrung“ befassen müssen. Auch ein Neubau eines Parkhauses für die weiteren zu erwartenden Pendler am Bahnhof Kaufering muss überlegt werden.
  • Mangel an (bezahlbaren) Wohnraum, Preisentwicklung Wohnungs- und Immobilienmarkt: Schon jetzt gibt es – auch ohne Intel - einen massiven Zuzugsdruck, der eine exponentiell steigende Nachfrage nach Wohnraum erzeugt. Dadurch werden auch die Bau- und Mietpreise weiter schnell und massiv steigen. Der regionale Immobilienmarkt ist quasi „leergefegt“. Es ist zu befürchten, dass durch die Ansiedlung die Preisentwicklungsspirale in diesem sehr angespannten Markt weiter nach oben getrieben wird.
  • Fachkräftemangel: Die durch die geplante Ansiedlung benötigen Fachkräfte sind in unserem Landkreis weder vorhanden noch ansässig. Unsere Region verfügt eindeutig nicht über ausreichend „hochspezialisierte Chipbauer“. Die Arbeitslosenquote liegt derzeit bei rund 2,3%, es existiert eigentlich Vollbeschäftigung. Unsere Unternehmen spüren bereits jetzt einen Fachkräftemangel. Es ist zu befürchten, dass dieser bereits existierende Fachkräftemangel sich für unsere heimischen Unternehmen noch weiter zuspitzen wird.
  • Übermäßiges Wachstum mit Auswirkungen auf die Region: Durch die Ansiedlung in dem geplanten Ausmaß werden Effekte freigesetzt, die uns alle betreffen werden: eine fehlende Infrastruktur in sämtlichen Lebensbereichen wie zum Beispiel Kindergartenplätze, Schulangebote, Wasser- und Abwasserversorgung, etc.
  • Flächenverlust von hochwertigen landwirtschaftlichen Flächen: Fruchtbarste Ackerböden in gewaltigem Ausmaß sollen vernichtet werden. Durch den Wegfall dieser Flächen wird unseren landwirtschaftlichen Betrieben die Existenzgrundlage entzogen. Eine regionale Versorgung mit Lebensmitteln wird weiter eingeschränkt.
  • Flächenversiegelung: Nicht nur der ehemalige Militärbereich wird bebaut, sondern zudem weitere wertvolle „Fläche“ versiegelt. Hier sind insgesamt bis zu 500 ha im Gespräch. Wollen wir es hinnehmen, dass dadurch unser Lebensraum immer weiter aus „Beton und Hallen“ besteht?
  • Orts- und Landschaftsbild: Wir entwickeln uns mit einer solchen Ansiedelung hin zu einer dicht besiedelten großstädtischen Region. Ist dies unser Landkreisbild, in welchem wir zukünftig wohnen wollen? Riesige Hallen vor dem Alpenpanorama?

Die in diesem Zusammenhang veröffentlichten Stellungnahmen der Stadt Landsberg und der Gemeinde Penzing sind für den Markt Kaufering in keinster Weise nachvollziehbar und werden auch nicht mitgetragen, da sich aus Sicht der Marktes Kaufering in keinem der vorgenannten Punkte verträgliche und realistische Lösungsansätze darstellen lassen.

Der Markt Kaufering spricht sich gegen die derzeit bekannten Ansiedlungspläne der Firma Intel im Bereich Penzing/Landsberg aus und lehnt diese Planungen als direkt betroffene Nachbargemeinde vollumfänglich ab.

Der Markt Kaufering spricht sich dafür aus und fordert, dass für die Beplanung des ehemaligen Militärbereichs – wie bereits in der Vergangenheit vorgesehen - ein Zweckverband oder zumindest eine Interessensgemeinschaft gegründet wird. Dazu sind sämtliche Beteiligen (Gemeinde Penzing, Stadt Landsberg, Landkreis Landsberg, Nachbargemeinden, Bund Naturschutz, etc.) einzuladen und gemeinsam an einer für alle Bürgerinnen und Bürger des Landkreises verträglichen Lösung/ Nutzung für den ehemaligen Fliegerhorst mitzuwirken.

Der Markt Kaufering wird entsprechende Stellungnahmen zu den Ansiedlungsplänen der Firma Intel mit allen vorgenannten Bedenken in Form eines offenen Briefes an den Landrat, die Oberbürgermeisterin der Stadt Landsberg, den Bürgermeister der Gemeinde Penzing, den Sprecher der Bürgermeister des Landkreises Landsberg, den Wirtschaftsminister und der Presse abgeben.

Politik lebt von Diskussion und Kontroverse. Diesmal geht es konkret um unsere Heimat und wir sind alle davon betroffen. Deswegen möchte ich Sie auch dazu ermuntern, dass Sie sich aktiv am Geschehen beteiligen. Informieren Sie sich und beteiligen Sie sich – in welcher Form auch immer – an der Diskussion.

Herzliche Grüße

Thomas Salzberger
1.Bürgermeister

 


Kategorie:  Rathaus

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