Windenergie


Stand: 16.12.2016

(Windenergieanlagen der Bürgerwindkraft Fuchstal GmbH & CO. KG; Foto: Ingenieurbüro Sing GmbH)


Die Klimaerwärmung, die massiven Probleme, die sich durch die Nutzung der Atomkraft ergeben und die Endlichkeit der fossilen Ressourcen zwingen uns dazu, einen Weg hin zu einer umweltverträglichen Energieerzeugung zu finden.

Auch der Markt Kaufering möchte seine Verantwortung für unsere sichere Zukunft ernst nehmen. So wurde in der Marktgemeinderatssitzung vom 09.11.2016 mit große Mehrheit beschlossen, dass die Ausweisung einer Konzentrationsfläche für Windenergiestandorte im Westerholz weiter vorangetrieben werden soll. Die geplante Fläche liegt im Süden des Westerholzes und ist rund 2 km und mehr vom Ortsgebiet Kaufering entfernt.

Bevor ein Windenergieprojekt realisiert werden kann, müssen jedoch zahlreiche Planungs- und Abwägungsschritte vollzogen werden. Dies dauert meist zwei bis drei Jahre. Sollten die Planungen im Markt Kaufering vorangetrieben werden, ist es ein klares Ziel, ausschließlich ein Bürgerwindenergieprojekt durchzuführen. Mit einer Bürgerbeteiligungsgesellschaft können sich die Bürger vor Ort direkt an den erwirtschafteten Gewinnen beteiligen und so von den Anlagen in ihrer Nachbarschaft finanziell profitieren.

Im Zusammenhang mit der Windenergie tauchen oftmals viele Fragen auf, die nachfolgend beantwortet werden sollen. Diese sind:


1. Warum brauchen wir die Energiewende?

Die Energiewende ist eine zentrale Fragestellung unserer Zeit. Der Reaktorunfall im japanischen Fukushima im Jahr 2011, die immer deutlicher zu spürenden Folgen des anthropogenen Klimawandels durch den Ausstoß von Treibhausgasen, die Importabhängigkeit Deutschlands und die Endlichkeit der fossilen Ressourcen zeigen, dass es jetzt an uns ist, die Weichen für eine saubere, umweltverträgliche und erneuerbare Energieversorgung stellen müssen.

Unsere Regierung definiert die Energiewende als den „Weg in eine sichere, umweltverträgliche und wirtschaftlich erfolgreiche Zukunft“. Die Ziele der Energiewende sind von der Bundesregierung klar festgelegt. Bis zum Jahr 2022 sollen die Treibhausgasemissionen um 40 % gesenkt werden und der Ausstieg aus der Kernenergie stattgefunden haben. Im Jahr 2050 sollen bereits 80 % des deutschen Stroms aus Erneuerbaren Energien stammen.

Wenn wir diese Ziele verwirklichen und unserer Verantwortung für eine sicher Zukunft gerecht werden wollen, müssen wir in ganz Deutschland die erneuerbaren Energien, insbesondere Photovoltaik und Wind, weiter ausbauen und den Atom- und Kohleausstieg weiter vorantreiben.

(Baustellenführungstag für interessierte Bürger in Fuchstal; Foto: Ingenieurbüro Sing GmbH)


2. Warum brauchen wir für die Energiewende die Windenergie?

Die Kombination aus Wind und Photovoltaik wird die Hauptsäule unserer zukünftigen Energieversorgung sein. Ohne diese beiden Technologien kann die Energiewende nicht gelingen.

Mit Photovoltaikenergie wird vornehmlich bei Hochdruck-Wetterlagen Strom erzeugt, wenn die Sonne scheint. Windenergieanlagen erzeugen Energie, wenn der Wind weht, dies ist vornehmlich bei Tiefdruck-Wetterlagen der Fall. Folglich ergänzen sich Windenergie und Photovoltaik sehr gut.

Betrachtet man die Kosten, die bei Kohlestrom und Atomstrom beispielsweise durch Klimaschäden und Endlagerung entstehen, dann zeigt sich, dass die Windenergie an Land heute schon die bei weitem am günstigsten verfügbare Energiequelle ist. Die Kosten für Brennstoffe werden immer weiter steigen, daher wird der Kostenvorteil der Windenergie immer deutlicher werden.

Eine Windenergieanlage erzeugt während ihrer Laufzeit gut 40 bis 70 Mal so viel Energie, wie für ihre Herstellung, den Bau, die Nutzung und die Entsorgung gebraucht wird.  Nach Ihrer Betriebsphase, die mindestens 20 Jahre andauert, kann eine Windenergieanlage einfach wieder abgebaut und ein Großteil der Bauteile kann wiederverwertet werden. Die Kosten für den Rückbau einer Windenergieanlage sind von Anfang an in die Gesamtinvestitionssumme eines Projektes einberechnet und vor Baubeginn gegenüber der Genehmigungsbehörde sicherzustellen.

Über ihre Mindestlaufzeit von 20 Jahren produziert eine moderne Windenergieanlage an einem mittleren bayerischen Standort ca. 140.000.000 kWh Strom. Ein durchschnittliches deutsches Steinkohlekraftwerk benötigt zur Produktion dieser Strommenge ca. 44.000 Tonnen Steinkohleeinheiten und emittiert dabei rund 102.000 Tonnen CO2. Somit können durch eine Windenergieanlage 102.000 Tonnen CO2 eingespart werden.

Eine Windenergieanlage, die dem momentanen Stand der Technik entspricht, erzeugt an einem mittleren bayerischen Standort jährlich so viel Strom, wie ihn im gleichen Zeitraum ca. 2.000 Haushalte benötigen.


3. Warum brauchen wir auch in Bayern Windenergie?

Oftmals wird argumentiert, dass der Wind in Bayern nicht ausreiche, um Windenergie zu erzeugen und dass das doch Aufgabe „des Nordens“ sei. Fakt ist aber, dass es notwendig ist, auch hier in Bayern dezentral Strom zu erzeugen.

Der deutschlandweit höchste Strombedarf liegt im Süden, wo Windenergie eine sehr gute Ergänzung zum Solarstrom bildet.

Bis im Jahr 2022 sollen die Atomkraftwerke in Bayern abgeschaltet werden. Bisher besteht der in Bayern erzeugte Strom zu knapp 50 % aus Atomstrom. Durch die Abschaltung der Atomkraftwerke bricht somit nahezu die Hälfte der bayerischen Stromerzeugung weg. Wenn wir nicht vollständig von Stromimporten abhängig sein wollen, müssen auch hier in Bayern Alternativen für die Stromerzeugung aus Atomenergie gefunden werden. Die Windenergie bietet hierfür eine sehr gute Möglichkeit. Mit modernen Binnenlandanlagen kann auch in Südbayern wirtschaftlich rentabel und effektiv Windstrom erzeugt werden.

Ein Argument, welches häufig gegen die Windenergie verwendet wird ist, dass Windenergieanlagen hohe Stillstandszeiten hätten, da das Netz überlastet ist. Dies trifft für die Standorte in Norddeutschland tatsächlich oftmals zu. Fakt ist aber, dass in Baden-Württemberg und Bayern bisher noch keine Windenergieanlage wegen Netzüberlastung abgeschaltet werden musste. Dieser Zustand verstärkt sich durch den Atomausstieg noch weiter. Der Zeitpunkt, an dem hier im Süden Speichertechnologien gebraucht werden, um Netzengpässe zu vermeiden, liegt auch vor dem Hintergrund des Atomausstiegs noch in weiter Zukunft.

Durch den Ausbau der Windenergie in Süddeutschland wird zudem unnötiger, verlustreicher Stromtransport von den Küstenstandorten in den Süden vermieden.

Ein weiterer Vorteil des flächendeckenden Ausbaus der Windenergie in ganz Deutschland  die Steigerung der allgemeinen Versorgungssicherheit. So können Flauten an einem Ort durch mehr Wind an einem anderen ausgeglichen werden.


4. Was genau ist in Kaufering geplant?

Momentan wird über die Möglichkeiten der Windenergienutzung in Kaufering nachgedacht. Hierbei bietet sich eine Fläche im südlichen Westerholz an. Diese liegt nördlich des Marktes Kaufering im südlichen Westerholz. Auf dieser wäre Platz für voraussichtlich zwei Windenergieanlagen. Die Gemeinde hat sich in einem Gemeinderatsbeschluss dafür ausgesprochen, dass die Ausweisung einer Konzentrationsfläche weiter vorangetrieben werden soll.

Bevor ein Windenergieprojekt realisiert werden kann, müssen zahlreiche Planungsschritte vollzogen werden. Hierbei müssen zahlreiche K.O.-Kriterien abgearbeitet werden. Die Wichtigsten sollen nachfolgend kurz dargestellt werden:

Es gilt zunächst die Windhöffigkeit und die Wirtschaftlichkeit am Standort zu untersuchen. Der Standort muss zudem auch für die Transporte (Rotorblätter und Turmteile) zuwegbar sein. Die Möglichkeiten des Netzanschlusses sind abzuklären. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Klärung der Vereinbarkeit des Projekts mit ziviler und militärischer Luftfahrt. Zudem muss genauestens untersucht werden, ob die Windenergieanlagen negative Auswirkungen auf Natur, Umwelt, Mensch und Landschaft haben.

Nur wenn alle diese Punkte abgearbeitet und unkritisch sind, kann ein Antrag auf Genehmigung der Anlagen gestellt und das Projekt weiter vorangetrieben werden.
In Kaufering würden frühestens im Jahr 2017 die ein Jahr andauernden artenschutzrechtlichen Untersuchungen begonnen werden.

(Windenergieanlage der Bürgerwind Berg GmbH & CO. KG; Foto: Ingenieurbüro Sing GmbH)


5. Wieso wird in Kaufering über Windräder im Wald diskutiert?

Die bayerische Landesregierung hat im Jahr 2014 die bayerische Bauordnung geändert. Darin entprivilegiert sie Windenergieanlagen im Außenbereich, solange diese nicht einen Abstand von ihrer zehnfachen Höhe zur Wohnbebauung einhalten. Bei modernen Anlagen, wie sie hier in Süddeutschland gebaut werden, sind dies meist rund 2.000 Meter (10 H). Trotz dieser Regelung haben die Gemeinden aber weiterhin die Möglichkeit, auch Standorte zu ermöglichen, die viel näher an den Ortschaften sind. Dies ist durch die Ausweisung eines Bebauungsplans möglich.
Der Markt Kaufering hat, im Unterschied zu vielen anderen bayerischen Ortschaften, jedoch hochgelegene Flächen, die 2.000 m Meter und mehr vom Ortsgebiet entfernt sind. Diese halten somit die erforderlichen Abstände gemäß der 10 H-Regelung ein und sind auch laut dem neuen Gesetz weiterhin privilegiert für den Ausbau der Windenergie. Diese Flächen befinden sich teils südlich des Westerholzes auf Freiflächen, größtenteils jedoch im Wald. Durch die Planung an diesen Flächen kann durch Einhaltung der großen Abstände ein maximaler Schutz der Bevölkerung vor Schall und Schatten gewährleistet werden.

Damit der größtmögliche Abstand innerhalb des Westerholzes realisiert werden kann, wird der Fokus auf die Waldstandorte gelegt.

Kritiker der Windenergie verweisen regelmäßig auf den angeblich unverhältnismäßig hohen Flächenverbrauch für Windenergieanlagen und die „Vernichtung von Wäldern“. In Diskussionen zu diesem Thema werden nicht selten völlig unrealistische Zahlen zum Flächenverbrauch von 50.000 bis 100.000 Quadratmetern (5 bis 10 Hektar) pro Windenergieanlage genannt.

Der Flächenverbrauch einer Windenergieanlage beträgt in Wirklichkeit nur ca. 2.500 m² (0,25 ha), das ist weniger als ein halbes Fußballfeld. Während des Baus wird eine zusätzliche Fläche von ebenfalls ca. 0,25 ha benötigt, diese wird aber sofort nach der Fertigstellung der Windenergieanlagen wieder aufgeforstet. Die Wege in Wäldern sind teils schon für forstwirtschaftliche Nutzfahrzeuge ausgebaut. Daher werden keine breiten Schneisen in den Wald geschlagen, um die Anlagen zu den vorgesehenen Standorten zu transportieren. Oft müssen Wege nur geringfügig erweitert werden.

Fakt ist auch, dass die Projektierung und der Bau von Windenergieanlagen in Wäldern strengen Regeln unterliegen und nur in Nutzwäldern und nicht in strukturell wertvollen Wäldern möglich sind.

Für die permanent gerodeten Flächen werden zudem in Abstimmung mit den Naturschutzbehörden Ausgleichsflächen ausgewählt. Auf diesen wird ein naturverträglicher Mischwald angepflanzt. Daher gehen mit der Nutzung der Windenergie eine Aufwertung der ökologischen Gesamtsituation sowie kein Verlust an Waldfläche hervor.

Darüber hinaus ist zu beachten, dass nach der Betriebseinstellung der Windenergieanlagen, in der Regel nach 20 bis 25 Jahren, alle für die Windenergie genutzten Flächen der eigentlichen Forstwirtschaft wieder zur Verfügung stehen und wieder aufgeforstet werden können.


6. Sind Windenergieanlagen artenschutzrechtlich bedenklich?

Oftmals wird im Zusammenhang mit der Windenergie und vor allem mit der Windenergie im Wald auch das Argument des Artenschutzes genannt. Während der Planungsphase wird jedoch genauestens untersucht, welche Auswirkungen Windenergieanalgen auf Natur, Umwelt und Landschaft haben. So wird im Rahmen der gesetzlich vorgeschrieben saP (spezielle artenschutzrechtliche Prüfung) der Bestand an schützenswerten Tieren und Pflanzen, v.a. an Vögeln und Fledermäusen, am geplanten Standort umfangreich kartiert und naturschutzfachlich ausgewertet. Die Untersuchungen werden mit den zuständigen Naturschutzbehörden abgestimmt. Ergibt sich bei dieser Untersuchung, dass das Tötungsrisiko für Tiere schützenswerter Arten signifikant steigt, dürfen Windenergieanlagen nach dem Gesetz nicht genehmigt werden. Die Gutachten werden behördlich geprüft. Somit können sie keinesfalls als „Gefälligkeitsgutachten“ bezeichnet werden.


7. Stimmt es, dass Windenergieanlagen Anwohner durch Infraschall, Schall und Schatten massiv beeinträchtigen?

Es stimmt, dass Windenergieanlagen Schatten werfen und Geräusche erzeugen.
Alle Menschen haben Anspruch auf ausreichenden Schutz vor Schall und Schatten. Daher gibt es in den deutschen Gesetzen strenge Regelungen zum Schutz der Bevölkerung. Der Mindestabstand einer Windenergieanlage zu bewohnten Gebäuden ist durch das Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) und die TA Lärm geregelt und wird im Genehmigungsverfahren von den Behörden überprüft. Somit ist eine übermäßige Auswirkung auf den Menschen durch eine Windenergieanlage gesetzlich ausgeschlossen.
Mit den hier vorliegenden Abständen von über 2.000 Meter zur Wohnbebauung werden diese Mindestabstände bei weitem eingehalten.

Neben dem für uns Menschen hörbaren Schall gibt es den kurzwelligen Ultraschall und den langwelligen Infraschall mit einer Frequenz kleiner als 20 Hertz. Oftmals verwenden Gegner der Windenergie den Infraschall und dadurch hervorgerufene negative Auswirkungen auf den Menschen als Argument gegen Windenergieanlagen. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Infraschall von Windenergieanlagen bei Abständen größer 200 Meter nicht mehr messbar ist. (Informationen des bayerischen Landesamts für Umwelt zum Infraschall)
In Kaufering wäre die Frage nach dem Infraschall aufgrund der außerordentlich großen Abstände zur Wohnbebauung in jedem Fall irrelevant.


8. Treibt die Windenergie wirklich unseren Strompreis in die Höhe?

Der Anstieg der Strompreise für privaten Endkunden wird von Medien und Politik derzeit häufig rein auf den Ausbau der Erneuerbaren Energien zurückgeführt. Diese Diskussion ist jedoch oft unsachlich und vermengt verschiedene Argumentationsebenen.

In den letzten Jahren kam es zu einer deutlichen Senkung der Börsenstrompreise. Diese sind seit 2008 um rund 50 % gefallen, von damals ca. 6 Cent je Kilowattstunde auf heute ca. 3 Cent je Kilowattstunde. Dies wird unter anderem durch den Zubau der Erneuerbaren Energien hervorgerufen. Sie erhöhen das Stromangebot an der Börse, was zu sinkenden Preisen führt.
Anlagenbetreiber von Erneuerbare-Energien-Anlagen erhalten jedoch nicht nur der Börsenstrompreis für ihren erzeugten Strom, sondern auch die Differenz zwischen diesem und der im EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) festgelegten Vergütung. Diese Marktprämie wird über die sogenannte EEG-Umlage im Endkundenstrompreis finanziert, welche letztendlich die Stromkunden zu tragen haben.

Durch die geringen Börsenstrompreise erhöhen sich folglich die EEG-Umlage und damit der Anteil der Kosten der Erneuerbaren Energien, der durch die Verbraucher getragen werden muss. Im Jahr ihrer Einführung (2000) betrug die EEG-Umlage für nicht privilegierte Letztverbraucher 0,2 ct/kWh, im Jahr 2015 war sie bereits auf 6,17 ct/kWh angestiegen. Die durchschnittlichen Strompreise für Privatkunden stiegen im Zeitraum von 2000 bis 2015 von 13,94 ct/kWh auf 28,81 ct/kWh, also um deutlich mehr als den Anstieg der EEG-Umlage. So zeigt sich, dass sich neben der EEG-Umlage auch weitere Faktoren wie gestiegene Steuern auf die Erhöhung der Strompreise auswirken.

Neben der gestiegenen EEG-Umlage müsste auch der gesunkene Börsenstrompreis an die Verbraucher weitergegeben werden. Würde dies geschehen, würde sich der Strompreis dadurch schon um gut 3 ct/kWh reduzieren. Dies wird jedoch nicht praktiziert. Die Regierung hat, um die großen Stromvertriebe zu schonen, noch nie dahingehend Druck ausgeübt.

Ein weiterer Fehler ist es, das Steigen der EEG-Umlage rein auf den Zubau der Erneuerbaren Energien zurückzuführen. Neben dem zunehmenden Einsatz der Erneuerbaren Energien tragen diverse weitere Aspekte zum Absinken der Börsenstrompreise, und damit auch zur gestiegenen EEG-Umlage, bei. Hier haben beispielsweise der sehr niedrige CO2-Zertifikate und die geringen Preise für Primärenergieträger wie Braun- und Steinkohle einen erheblichen Einfluss.

Zudem sind Privatverbraucher von der EEG-Umlage vergleichsweise hoch belastet, da industrielle Verbraucher oftmals durch die „Besondere Ausgleichsregelung“ von ihr befreit sind. So muss deren fehlender Anteil von den Privatkunden mitfinanziert werden. Im Jahr 2012 verbrauchten die energieintensiven Unternehmen in Deutschland rund die Hälfte des Stroms. Sie zahlten aber mit 0,2 Milliarden € nur einen Anteil von 0,98 % an den gesamten EEG-Umlagen, die einen Betrag von 20,4 Milliarden € ausmachen. Gerade die Industrie profitiert jedoch enorm von den niedrigen Börsenstrompreisen.

(Windenergieanlage der Bürgerwind Berg GmbH & CO. KG; Foto: Ingenieurbüro Sing GmbH)