Asyl in Kaufering



Der Kreis der ehrenamtlichen AsylhelferInnen regt an:

Stand: Juli 2017

Wohnen für Hilfe – auch mit anerkannten Flüchtlingen eine gute Möglichkeit

Haben Sie schon von diesem Projekt der Caritas und des Landratsamtes Landsberg gehört?

Dabei haben Menschen, die leer stehenden Wohnraum, etwa ein oder mehrere Zimmer oder eine Einliegerwohnung im Haus haben, die Möglichkeit, Menschen auf Wohnungssuche bei sich aufzunehmen und im Gegenzug Hilfeleistungen zu erhalten, z. B. beim Hausputz, bei der Gartenarbeit, beim Winterdienst, zur Begleitung bei Arztbesuchen und Behördengängen oder in Form gemeinsamer Gespräche oder Spiele.

Gerade für ältere Alleinstehende, aber auch für berufstätige Singles ist das eine gute Möglichkeit, wieder jemanden mit im Haus zu haben und dafür Hilfe bei Arbeiten zu erhalten, die aus Kraft- oder Zeitgründen nicht (mehr) so einfach zu erledigen sind. Für anerkannte AsylbewerberInnen können das Zusammenleben und der intensive Kontakt mit Einheimischen ein wichtiger Schlüssel zur Integration sein.

Zwischen den beiden Parteien – VermieterIn und WohnraumnehmerIn, werden entsprechend des Bedarfs individuelle Verträge geschlossen. Richtlinie ist dabei 1m² Wohnraum = 1 Stunde Hilfeleistung pro Monat.

Unterstützt und begleitet wird das Projekt in der Regel durch Caritas und Landratsamt; im Falle von anerkannten AsylbewerberInnen wird es eine zusätzliche Unterstützung durch den örtlichen Helferkreis geben.

Ansprechpartner beim Landratsamt (für weitere Infos) ist Herr Rais Parsi, Tel. 08191-129-1273; E-Mail: pajam.rais-parsi@lra-ll.bayern.de


Kauferinger Asylhelferkreis sucht Verstärkung

Stand: Juli 2017

Miteinander reden hilft

 

Kauferinger Asylhelferkreis sucht Verstärkung

Begegnung mit Asylbewerbern macht Freu(n)de
Verfasser Antje Bommel und Reiner Dürr
(Foto: Reiner Dürr, Kaufering)

Um die 200 Flüchtlinge und Asylbewerber leben zurzeit in Kaufering, gut zwei Drittel davon in der ehemaligen Soccerhalle gleich neben dem Lechtalbad. Den meisten dieser Menschen ist sehr bewusst, dass gute Deutschkenntnisse die Grundvoraussetzung dafür sind, um hier Fuß fassen zu können, die Sprache öffnet Türen. Viele nehmen daher an Integrationskursen bei der örtlichen VHS teil. Doch wie können die Asylbewerber ihre frisch erworbenen theoretischen Deutsch-Kenntnisse in die Praxis umsetzen? Flüchtlinge sagen mir immer wieder, sie hätten leider kaum jemandem, mit dem sie sich unterhalten können.

Gesucht werden Ehrenamtliche, die regelmäßig etwas Zeit für eine persönliche Betreuung von Flüchtlingen investieren, ihnen einige für sie wichtige Anlaufstellen im Ort zeigen oder helfen, Deutsch zu üben. Menschliche Begegnungen und Gespräche können aber auch im Freizeitbereich, etwa über die örtlichen Vereine oder beim Sport, stattfinden.

Ehrenamtliche aus Kaufering geben bereits Schwimm-Unterricht, gehen mit Frauen und Kindern zum nahen Spielplatz oder reparieren Fahrräder. Gesucht werden weitere Freiwillige, gern auch Senioren, die mit den Flüchtlingen lesen, spielen oder kleinere Ausflüge in die Umgebung anbieten, entweder zu Fuß oder mit dem Radl.
           
Wir Ehrenamtlichen treffen uns regelmäßig einmal im Monat

im evang. Gemeindezentrum der Pauluskirche zum Erfahrungsaustausch,
das nächste Mal am Dienstag, 18. Juli um 19 Uhr,

neue Interessenten sind da immer willkommen. Wir suchen weitere Lernpaten und jemanden, der unsere neue Homepage mitgestaltet, wer möchte uns dabei helfen?    

Reiner Dürr, ehrenamtlicher Helfersprecher im Netzwerk Asyl Kaufering
reiner.asyl@posteo.de

Direkter Ansprechpartner ist die Asyl-Sozialberatung in der Tennishalle,
Tel. 0172 - 9095309 oder ich als ehrenamtlicher Helfersprecher, Tel. 0177 - 8892796.


Asylunterkunft in der Tennis- /Soccerhalle

Nachbericht Juni 2016

Viele neue Gesichter in unserem Ort

Lang war es geplant, sorgfältig ist die alte Tennishalle am Kauferinger Schwimmbad umgebaut und „flüchtlingstauglich“ gemacht worden, und nun sind sie da: momentan 106 junge Männer, die bisher in der Lechturnhalle in Landsberg untergebracht waren, leben seit der Woche nach Pfingsten bei uns in Kaufering. Sie kommen aus Afghanistan, aus Eritrea, dem Irak, dem Iran, dem Kongo, aus Pakistan, aus Somalia und aus Syrien.

Die meisten von ihnen sind schon etliche Monate in Deutschland, einige bereits als Flüchtlinge anerkannt, andere warten noch auf ihr Asylverfahren oder auf ihre Entscheidung, ob sie bei uns bleiben dürfen oder gar wieder in ihr Heimatland ausreisen müssen, trotz Krieg, Hunger, Verfolgung und Unsicherheit.

Die Halle bietet Platz für insgesamt 300 Menschen, so dass in Zukunft wohl weitere Flüchtlinge nach Kaufering kommen werden. Wie und wann genau, lässt sich zurzeit nur schwer sagen, da die Entwicklung der Flüchtlingszahlen in Deutschland momentan kaum abzusehen ist. Die Halle ist jedenfalls, wie einige von Ihnen bereits am Tag der offenen Tür dort gesehen haben, in einen Bereich für Männer und einen Bereich für Familien mit Kindern und für Frauen eingeteilt, die dort gegebenenfalls auch Platz finden werden.

Unsere Asyl-Sozialbetreuer vor Ort und der Runde Tisch Asyl Kaufering suchen nach wie vor Ehrenamtliche, die bereit sind, den Flüchtlingen aus der Tennishalle Deutschunterricht zu geben oder auch als Deutschpaten für Einzelne da zu sein, die Angebote zur Freizeitgestaltung mit den Flüchtlingen machen oder ihnen bei Behördengängen, Arztbesuchen, bei der Arbeits-, Praktikums- oder Wohnungssuche oder sonstigen Fragen im Zusammenhang mit ihrem neuen Leben in Deutschland zur Seite stehen.

(Bericht: Antje Bommel)


Interkultureller Workshop auf Arabisch und Deutsch

Nachbericht

Interkultureller Workshop auf Arabisch und Deutsch –
ein Meilenstein auf dem Weg zur Inklusion


Im März 2016 fand ein von der VHS Kaufering organisierter dreistündiger interkultureller Workshop für Flüchtlinge im Theater an der Grundschule statt.

Dank zweier kompetenter DolmetscherInnen konnten die zahlreich erschienenen SyrerInnen und einige IrakerInnen mit den anwesenden Ehrenamtlichen sowie Coach Jochen Schuppener intensiv über interkulturelle Fragen und Probleme diskutieren und sich austauschen. Es war auf diese Weise möglich, sich auch über das Nötigste hinaus zu verständigen, viel über die jeweils andere Kultur zu erfahren und Verständnis füreinander zu entwickeln.

Warum schauen Deutsche sich beim Händeschütteln gegenseitig in die Augen und empfinden es als unhöflich, wenn das Gegenüber zur Seite schaut? Warum erfüllt es eine Syrerin mit Scham, wenn ein deutscher Mann ihr die Hand schüttelt und ihr dabei in die Augen schaut? Was geht vor in der einen oder der anderen Kultur – Termine und Arbeit oder freundschaftliche Beziehungen? Darf man als syrischer Mann einer deutschen Frau, die schwere Einkaufstaschen trägt, beim Tragen helfen, wie es die kulturellen Regeln in Syrien erfordern würden, oder fühlt die Dame sich von dem kaum deutsch sprechenden Fremden wohlmöglich bedroht oder bedrängt? Was können beide Seiten tun, um sich besser zu verstehen und aufeinander zuzugehen?

Diese und viele weitere Aspekte wurden angesprochen, und wohl alle Teilnehmenden sind mit dem Gefühl auseinandergegangen, einen wichtigen Schritt aufeinander zu gemacht zu haben.

Es ist wünschenswert, dass solche interkulturellen Workshops, kompetent gedolmetscht in die gängigsten Flüchtlingssprachen, fester Bestandteil unserer Willkommenskultur werden – denn so wird der Umgang miteinander, bereits bevor die Flüchtlinge ausreichende Deutschkenntnisse erwerben konnten, sehr erleichtert. Miteinander sprechen hilft – aber man muss sich dabei auch sprachlich verständigen können.

(Bericht: Antje Bommel)



Der Runde Tisch Asyl in Kaufering berichtet:

17.02.2016

Wohnraum und Arbeit für anerkannte Flüchtlinge

Inzwischen gibt es, trotz in der Regel relativ langsam mahlender behördlicher Mühlen, immer mehr anerkannte Flüchtlinge, die nach wie vor in den vorhandenen Asylunterkünften wohnen. Sie haben jedoch das Recht und auch die Pflicht, sich eine Wohnung zu suchen. Ehrenamtliche begleiten sie dabei, genauso wie bei der Arbeitssuche.

Viele Ehrenamtliche machen jedoch die Erfahrung, dass es sehr schwierig ist, kleine, preisgünstige Wohnungen für Flüchtlinge zu finden. Über Zeitungsannoncen geht das kaum, und so bleibt nur, sich im Freundes- und Bekanntenkreis umzuhören, ob jemand Leute kennt, die bereit sind, Wohnraum an Einzelpersonen oder auch an Familien, die häufig aus Syrien stammen, zu vermieten.

Zum Beispiel an den Vater mit seinem 19-jährigen Sohn und seiner 18-jährigen Tochter, die, obwohl längst anerkannt, nach wie vor in ihrer Asylunterkunft zu dritt in einem 10 m²-Raum wohnen. Oder an die syrische Familie, die, momentan zu fünft, in ein paar Wochen ihr viertes Kind bekommt.

Wohnraum in Kaufering ist auch deshalb für diese Menschen ideal, weil einige ihrer Kinder bereits die Kauferinger Mittelschule besuchen.

Zudem sind viele anerkannte Flüchtlinge dringend auf der Suche nach Arbeit oder auch Praktikumsplätzen. Da die meisten gleichzeitig Deutschkurse besuchen, ist auch eine stundenweise oder eine Teilzeitbeschäftigung denkbar und zunächst sinnvoll.

Die Inklusion der bei uns Schutz suchenden, anerkannten Flüchtlinge kann nur gemeinsam gelingen – und jeder Einzelne kann sein Scherflein dazu beitragen.

Wenn Sie also selbst Wohnraum zu vermieten haben oder aus Ihrem Umfeld wissen, wo Zimmer, Apartments oder Wohnungen zu vermieten sind, oder wenn Sie Flüchtlingen bei der Suche nach Arbeit behilflich sein können oder Tipps haben, dann melden Sie sich bei unserer Kauferinger Asyl- und Flüchtlingssozialbetreuerin, Frau Elke Puskeppeleit, Telefon 0171-441 26 10 oder per E-Mail: elke.puskeppeleit@elkb.de



Flyer zur Veranstaltung am 22.09.2016