Asyl in Kaufering


Helfer gesucht !

Damit Integration gelingen kann:

Helfen Sie mit!

Begegnung mit Asylbewerbern macht Freu(n)de
Verfasser Antje Bommel und Reiner Dürr
(Foto: Reiner Dürr, Kaufering)

Knapp 200 Flüchtlinge aus den verschiedenen Not- und Krisengebieten der Welt leben derzeit in unsrer Gemeinde, mitten unter uns. Wir nehmen sie zwar im Straßenbild wahr - doch was wissen wir wirklich von ihnen? In erster Linie suchen sie Kontakt, Ansprache und Begleitung. Wenn Sie den Flüchtlingen in Kaufering bei der Eingewöhnung helfen möchten, gibt es viele praktische Möglichkeiten. Nachfolgend einige Beispiele:

Alles dreht sich um die deutsche Sprache. Gesucht werden Bürgerinnen und Bürger jeden Alters, die mit den Flüchtlingen Deutsch sprechen und üben (Lernpaten). Sich einfach hin und wieder zusammensetzen und unterhalten, egal wo, ob mit Einzelnen oder in kleinen Gruppen. Die Flüchtlinge haben in der Regel kaum persönliche Kontakte und sind daher froh, wenn wir auf sie zugehen und mit ihnen reden.

Ganz lebenspraktisch sind Orientierungshilfen aller Art, damit sich die Fremden im Ort leichter zurechtfinden: Wo sind günstige Einkaufsmöglichkeiten, wo gibt es Apotheken und Ärzte, was bedeuten die Verkehrszeichen und Hinweistafeln, wie verhalte ich mich richtig im Straßenverkehr, wo geht’s zum Bahnhof und wie löse ich dort eine Fahrkarte… Bieten Sie doch in gewissen Abständen eine kleine Ortsrunde zu Fuß durch unsere Gemeinde an!

Dringend gesucht werden Ansprechpartner, die den Flüchtlingen bei der Jobsuche behilflich sind, damit sie ihr eigenes Geld verdienen können. Manche verfügen über einen Schul- oder Berufsabschluss. Sichten Sie mit ihnen Stellenangebote, formulieren Sie zusammen eine einfache Bewerbung, gehen Sie mit zum Vorstellungsgespräch.

In den Kauferinger Unterkünften, auch in der Soccerhalle am Schwimmbad, leben inzwischen viele sogenannte Fehlbeleger, die bereits als Asylsuchende oder Flüchtlinge anerkannt sind und sich eine günstige Wohnung suchen müssen. Dies gestaltet sich aber in vielen Fällen recht schwierig, so dass dringend Menschen gesucht werden, die selbst Wohnraum zur Verfügung stellen (Häuser, Wohnungen, Einliegerwohnungen, Zimmer zur Untermiete) oder die den Leuten bei der Wohnungssuche konkret behilflich sind, mit ihnen Anzeigen durchgehen, den Erstkontakt zu potentiellen Vermietern herstellen, mit zu Wohnungsbesichtigungen gehen und bei der Unterzeichnung von Mietverträgen helfen. Übrigens: die Mietzahlungen werden in der Regel durch die Behörden (Jobcenter) sichergestellt, so dass potentielle Vermieter keine Angst haben müssen, auf Mietschulden sitzen zu bleiben, so lange ihre Mieter noch nicht voll in Arbeit sind.

Gerade jetzt zu Beginn der kalten Jahreszeit braucht es Abwechslung und Geselligkeit: Bieten Sie gemeinsame Spielenachmittage an, musizieren oder singen Sie mit den Menschen, kochen Sie gemeinsam, erzählen Sie von unserer Heimat, unseren Jahreszeiten, unserem Brauchtum, laden Sie Flüchtlinge zu gemeinsamen Unternehmungen ein, gern auch in Ihrem Verein – oder gehen Sie mit ihnen zu öffentlichen Veranstaltungen im Ort.

Ganz dringend werden im Moment Frauen gesucht, die sich gezielt um die wenigen Mütter unter den Flüchtlingen kümmern, denn diese kommen bei den Integrationsangeboten bisher noch zu kurz. Wie wär´s etwa mit einem „Mütter-Frühstück“?

Das sind nur einige Beispiele, der Katalog der Hilfe lässt sich noch beliebig erweitern!  Ihrer Kreativität und Ihrem Einfallsreichtum sind bei größtmöglicher flexibler Zeiteinteilung keine Grenzen gesetzt, wenn Sie den Flüchtlingen und Asylsuchenden das Einleben hier in Kaufering erleichtern möchten. Die meisten von ihnen können inzwischen schon ganz gut Deutsch und sie möchten es auch gerne anwenden. Dazu braucht es einzig und allein die Bereitschaft, offen auf diese Menschen zuzugehen und ihnen die Hand zu reichen.

Ihre ersten Ansprechpartner sind die hauptamtlichen Betreuer vor Ort, sie stellen gern den Kontakt her, sorgen für gute Rahmenbedingungen und begleiten Sie auf Wunsch in der Anfangsphase.

Die Asyl-Sozialberater vom Evangelischen Gemeindeverein Kaufering e. V., Diakonie freuen sich über weitere ehrenamtliche Unterstützer/-innen aus unserer Gemeinde.
Kontakt: 


Asylsozialberatung Markus Schupp,
Telefon: 0172 – 90 95 309


Asylunterkunft in der Tennis- /Soccerhalle

Nachbericht Juni 2016

Viele neue Gesichter in unserem Ort

Lang war es geplant, sorgfältig ist die alte Tennishalle am Kauferinger Schwimmbad umgebaut und „flüchtlingstauglich“ gemacht worden, und nun sind sie da: momentan 106 junge Männer, die bisher in der Lechturnhalle in Landsberg untergebracht waren, leben seit der Woche nach Pfingsten bei uns in Kaufering. Sie kommen aus Afghanistan, aus Eritrea, dem Irak, dem Iran, dem Kongo, aus Pakistan, aus Somalia und aus Syrien.

Die meisten von ihnen sind schon etliche Monate in Deutschland, einige bereits als Flüchtlinge anerkannt, andere warten noch auf ihr Asylverfahren oder auf ihre Entscheidung, ob sie bei uns bleiben dürfen oder gar wieder in ihr Heimatland ausreisen müssen, trotz Krieg, Hunger, Verfolgung und Unsicherheit.

Die Halle bietet Platz für insgesamt 300 Menschen, so dass in Zukunft wohl weitere Flüchtlinge nach Kaufering kommen werden. Wie und wann genau, lässt sich zurzeit nur schwer sagen, da die Entwicklung der Flüchtlingszahlen in Deutschland momentan kaum abzusehen ist. Die Halle ist jedenfalls, wie einige von Ihnen bereits am Tag der offenen Tür dort gesehen haben, in einen Bereich für Männer und einen Bereich für Familien mit Kindern und für Frauen eingeteilt, die dort gegebenenfalls auch Platz finden werden.

Unsere Asyl-Sozialbetreuer vor Ort und der Runde Tisch Asyl Kaufering suchen nach wie vor Ehrenamtliche, die bereit sind, den Flüchtlingen aus der Tennishalle Deutschunterricht zu geben oder auch als Deutschpaten für Einzelne da zu sein, die Angebote zur Freizeitgestaltung mit den Flüchtlingen machen oder ihnen bei Behördengängen, Arztbesuchen, bei der Arbeits-, Praktikums- oder Wohnungssuche oder sonstigen Fragen im Zusammenhang mit ihrem neuen Leben in Deutschland zur Seite stehen.

Bitte wenden Sie sich an:

Den für die Halle zuständigen Asyl-Sozialbetreuer Herrn Markus Schupp oder an die Assistenzkraft der Asyl-Sozialbetreuung, Frau Martina Heppe:
E-Mail: Markus.Schupp@elkb.de, Telefon 0172-90 95 309; E-Mail: Martina.Heppe@elkb.de

WICHTIG: Zunächst wird Ihnen dann vom Landratsamt Landsberg ein Ausweisdokument ausgestellt, mit dem Sie Zugang zur ehemaligen Tennishalle erhalten. Ohne dieses Dokument erhalten auch ehrenamtliche Helfer aus Sicherheitsgründen keinen Zutritt.

(Bericht: Antje Bommel)


Interkultureller Workshop auf Arabisch und Deutsch

Nachbericht

Interkultureller Workshop auf Arabisch und Deutsch –
ein Meilenstein auf dem Weg zur Inklusion


Im März 2016 fand ein von der VHS Kaufering organisierter dreistündiger interkultureller Workshop für Flüchtlinge im Theater an der Grundschule statt.

Dank zweier kompetenter DolmetscherInnen konnten die zahlreich erschienenen SyrerInnen und einige IrakerInnen mit den anwesenden Ehrenamtlichen sowie Coach Jochen Schuppener intensiv über interkulturelle Fragen und Probleme diskutieren und sich austauschen. Es war auf diese Weise möglich, sich auch über das Nötigste hinaus zu verständigen, viel über die jeweils andere Kultur zu erfahren und Verständnis füreinander zu entwickeln.

Warum schauen Deutsche sich beim Händeschütteln gegenseitig in die Augen und empfinden es als unhöflich, wenn das Gegenüber zur Seite schaut? Warum erfüllt es eine Syrerin mit Scham, wenn ein deutscher Mann ihr die Hand schüttelt und ihr dabei in die Augen schaut? Was geht vor in der einen oder der anderen Kultur – Termine und Arbeit oder freundschaftliche Beziehungen? Darf man als syrischer Mann einer deutschen Frau, die schwere Einkaufstaschen trägt, beim Tragen helfen, wie es die kulturellen Regeln in Syrien erfordern würden, oder fühlt die Dame sich von dem kaum deutsch sprechenden Fremden wohlmöglich bedroht oder bedrängt? Was können beide Seiten tun, um sich besser zu verstehen und aufeinander zuzugehen?

Diese und viele weitere Aspekte wurden angesprochen, und wohl alle Teilnehmenden sind mit dem Gefühl auseinandergegangen, einen wichtigen Schritt aufeinander zu gemacht zu haben.

Es ist wünschenswert, dass solche interkulturellen Workshops, kompetent gedolmetscht in die gängigsten Flüchtlingssprachen, fester Bestandteil unserer Willkommenskultur werden – denn so wird der Umgang miteinander, bereits bevor die Flüchtlinge ausreichende Deutschkenntnisse erwerben konnten, sehr erleichtert. Miteinander sprechen hilft – aber man muss sich dabei auch sprachlich verständigen können.

(Bericht: Antje Bommel)



Der Runde Tisch Asyl in Kaufering berichtet:

17.02.2016

Wohnraum und Arbeit für anerkannte Flüchtlinge

Inzwischen gibt es, trotz in der Regel relativ langsam mahlender behördlicher Mühlen, immer mehr anerkannte Flüchtlinge, die nach wie vor in den vorhandenen Asylunterkünften wohnen. Sie haben jedoch das Recht und auch die Pflicht, sich eine Wohnung zu suchen. Ehrenamtliche begleiten sie dabei, genauso wie bei der Arbeitssuche.

Viele Ehrenamtliche machen jedoch die Erfahrung, dass es sehr schwierig ist, kleine, preisgünstige Wohnungen für Flüchtlinge zu finden. Über Zeitungsannoncen geht das kaum, und so bleibt nur, sich im Freundes- und Bekanntenkreis umzuhören, ob jemand Leute kennt, die bereit sind, Wohnraum an Einzelpersonen oder auch an Familien, die häufig aus Syrien stammen, zu vermieten.

Zum Beispiel an den Vater mit seinem 19-jährigen Sohn und seiner 18-jährigen Tochter, die, obwohl längst anerkannt, nach wie vor in ihrer Asylunterkunft zu dritt in einem 10 m²-Raum wohnen. Oder an die syrische Familie, die, momentan zu fünft, in ein paar Wochen ihr viertes Kind bekommt.

Wohnraum in Kaufering ist auch deshalb für diese Menschen ideal, weil einige ihrer Kinder bereits die Kauferinger Mittelschule besuchen.

Zudem sind viele anerkannte Flüchtlinge dringend auf der Suche nach Arbeit oder auch Praktikumsplätzen. Da die meisten gleichzeitig Deutschkurse besuchen, ist auch eine stundenweise oder eine Teilzeitbeschäftigung denkbar und zunächst sinnvoll.

Die Inklusion der bei uns Schutz suchenden, anerkannten Flüchtlinge kann nur gemeinsam gelingen – und jeder Einzelne kann sein Scherflein dazu beitragen.

Wenn Sie also selbst Wohnraum zu vermieten haben oder aus Ihrem Umfeld wissen, wo Zimmer, Apartments oder Wohnungen zu vermieten sind, oder wenn Sie Flüchtlingen bei der Suche nach Arbeit behilflich sein können oder Tipps haben, dann melden Sie sich bei unserer Kauferinger Asyl- und Flüchtlingssozialbetreuerin, Frau Elke Puskeppeleit, Telefon 0171-441 26 10 oder per E-Mail: elke.puskeppeleit@elkb.de



Flyer zur Veranstaltung am 22.09.2016