Seniorenbeirat


Einjähriges Bestehen der Telefonkette 1 am 28. März 2018 

Über die Telefonkette 1 ist ja schon berichtet worden. Nun feiert sie am 28. März d. J. ihr einjähriges Bestehen und das mit einem gemeinsamen Restaurantbesuch.

Hier ein Rückblick auf das vergangene Jahr:

Die Aufforderung zur Bildung von Telefonketten ging vom Seniorenbeirat aus. Die Initiative zur Bildung der Telefonkette 1 erfolgte am Seniorenstammtisch von einer Person. Sie fragte die um sie herum Sitzenden: „sollen nicht wir eine Telefonkette bilden“. Das wurde bejaht und so entstand die 1. Telefonkette mit zunächst fünf und später sieben Mitgliedern.

Es wurde vereinbart, dass die täglichen Anrufe zwischen 8:30 und 9:30 Uhr erfolgen sollen. Der Starter beginnt und  in einer festgelegten Reihenfolge ruft immer einer den nächsten an und der letzte Teilnehmer auf der Liste wieder den Starter. Ist alles  in Ordnung, hat die Telefonkette ihre tägliche Arbeit geleistet.

Diese Telefonkette arbeitet sehr gut und erfolgreich, aber auch freundschaftlich zusammen. Zunächst  ist es wichtig, dass alle Beteiligten die Zusammenarbeit positiv sehen und sie in jedem Schritt bejahen. Im vorliegenden Fall wurde auf das unpersönliche Sie verzichtet und ein 14-tägiger Cafebesuch als lockeres Beisammensein zur Unterhaltung und zum besseren Kennenlernen vereinbart.

Zuerst  wurde mit dem  Aufnahmeformular gearbeitet auf dem u. a. die Personen vermerkt sind, die im Bedarfsfall verständigt werden sollen.  Dann kam man dazu überein, eine Liste aufzustellen, auf der alle Teilnehmer in der Reihenfolge der Anrufe (vom Starter bis zur letzten Person) aufgeführt sind mit allen wichtigen Daten wie Name, Adresse, Festnetz- und Mobilnummer, E-Mail und Geburtsdatum, so dass man mit einem Blick alle Daten überschauen kann. 

Darüber hinaus bekam jeder ein Kärtchen für den Geldbeutel mit den Telefonnummern aller Teilnehmer, damit man auch von unterwegs immer ein Mitglied der Telefonkette erreichen kann.

Nach kurzer Zeit des Bestehens war untereinander das Verständnis füreinander und die gegenseitige Hilfe gewachsen. Es entstand ein freundschaftliches Verhältnis, das über die Cafebesuche hinaus auch Treffen im privaten Kreis  oder  Ausflüge zu einem weiter entfernten Gasthof einbezogen.  Bei weiteren Fahrten fährt nicht jeder mit seinem Auto sondern man bildet ein oder zwei Fahrgemeinschaften. Ist ein Arztbesuch notwendig fährt ein Kettenmitglied den in diesem Fall Hilfsbedürftigen. Die Gemeinschaft ist in einem Jahr so zusammengewachsen, dass sie von allen Teilnehmern als Bereicherung empfunden wird.

Fazit zum Thema Telefonkette: Zeitaufwand gering, Nutzen groß.

(Bericht: Thea U. Uhrig)



TELEFONKETTE für Seniorinnen und Senioren in Kaufering

Was sind Telefonketten? 

Es handelt sich um eine besondere Kontaktform, die von den teilnehmenden Personen selbst organisiert ist. Älteren Menschen, die oft isoliert und alleine leben, soll die Möglichkeit gegeben werden, Kontakte zu knüpfen und damit ein Gefühl der Sicherheit zu bekommen. Die Mitglieder einer Kette sollten möglichst täglich zu einer vereinbarten Zeit und in einer bestimmten Reihenfolge anrufen.

 

Wie funktioniert eine Telefonkette?

An einer Telefonkette nehmen 6 – 8 Personen teil, wobei eine/einer die Rolle des Koordinators übernimmt.

In einem von der Gruppe fest vereinbarten Zeitraum, rufen sich die Teilnehmer/innen der Telefonkette täglich an. Gestartet wird der Rundruf vom Koordinator, der das erste Mitglied der Kette anruft, welches dann das zweite Kettenmitglied kontaktiert usw., bis das letzte Kettenmitglied wieder beim Koordinator anruft, und die Telefonkette damit geschlossen ist.                                                                                      

Meldet sich eine/r nicht zum vereinbarten Zeitpunkt, egal aus welchem Grund, muss der Koordinator  informiert werden. Er/Sie prüft dann, ob in irgendeiner Weise Hilfe notwendig ist, die dann umgehend eingeleitet wird. Hierzu nimmt er/sie Kontakt mit einer hinterlegten Nummer, die vorher abgesprochen wurde (Nachbarn Verwandte, Pflegedienst etc.) auf und initiiert ggf. auch Hilfemaßnahmen. Der Teilnehmer setzt die Telefonkette inzwischen mit dem übernächsten Teilnehmer fort.

 

Kosten

Keine. Es fallen nur die Telefongebühren an (bei den meisten in der Flatrate enthalten).

 

Was habe ich von meiner Beteiligung?

Regelmäßiger Kontakt mit Gleichgesinnten. Ein Notfall wird möglicherweise frühzeitig erkannt, und entsprechende Hilfsmaßnahmen können, wie vorher ausgemacht, eingeleitet werden. Wenn gewünscht, treffen sich die Mitglieder einer Telefonkette nach Vereinbarung zum gemeinsamen Austausch. Hier können auch Freundschaften entstehen.                                                                 

Die Telefonkette bietet nicht nur Ihnen ein Stück Sicherheit, sondern ist auch für die Angehörigen eine Beruhigung.

 

Weitere Informationen:

B. Graf zu Castell, Seniorenbeirat Kaufering, Ahornring 124, Tel 08191 7766 Mail bzucastell@freenet.de


Patienten und Angehörige müssen aktiv werden!

Dr. Michael Brüch referierte über Arzneimittel im Alter – Probleme und Lösungsmöglichkeiten  (20.2.2019)

 

Wunderbar - wir werden immer älter! -  auch durch die Fortschritte in der Therapie mit Arzneimitteln. Diese aber wirken im alternden Körper anders als im jungen, so zeigte Dr. Michael Brüch, Apotheker im Ruhestand und Vorstandsmitglied in der Alzheimer Gesellschaft Augsburg e.V., fachkundig und unterhaltsam auf.

 

Zuviel des Guten ist ungesund! Dieser Grundsatz gilt auch in Bezug auf Medikamente – zu viel an Wirkstoffen, die der alternde Körper anders verstoffwechselt, zu vielerlei von unterschiedlichen Medikamenten, die miteinander in ungünstige Wechselwirkungen treten oder in „Medikamentenkaskaden“ münden, weil eines die unerwünschten Nebenwirkungen des anderen bekämpfen soll. Unnötige  Fortsetzung oder fehlende Abstimmung der Medikamentenverschreibung durch verschiedene Ärzte (oder eigenmächtiges Experimentieren mit „Medikamenten aus dem Supermarkt“) schädigen eher als zu helfen.

 

Viele  Arzneimittel lassen sich schlecht richtig zu dosieren,  z.B. teilen oder tropfen (wozu es in der Apotheke aber gute Einnahmehilfsmittel gibt!)

 

Dr. Michael Brüch riet den gut 40 Zuhörern, sich einen Medikamentenplan beim Arzt zu besorgen und mit sich zu führen, wenn sie mehr als drei Arzneimittel nehmen, beim Arzt und in der Apotheke alle (auch rezeptfreie) Medikamente zu nennen, die man schon nimmt, Nebenwirkungen zu beachten, aber Veränderungen in der Einnahme nie im Alleingang (oder mit zweifelhaften Internetinformationen) ohne Rücksprache mit dem Arzt vorzunehmen.

 

Alles unter dem Motto: So wenig Medikamente wie möglich, aber auch so viel wie nötig! Gute Tipps für sichere Arzneimitteltherapie im Alter gibt die Broschüre des Gesundheitsministeriums: Medikamente im Alter: Welche Wirkstoffe sind ungeeignet? (zu beziehen unter 030 18272 2721 oder zum Herunterladen unter https://www.bundesregierung.de/breg-de/service/publikationen/medikamente-im-alter-welche-wirkstoffe-sind-ungeeignet—730646.