Kläranlage Kaufering


Einleiten von Schmutzwasser in das gemeindliche Kanalnetz laut Entwässerungssatzung (EWS) der Gemeinde Kaufering vom 12.10.1999


Sehr geehrte Bauherren,

im Rahmen Ihrer Baumaßnahme ist auch der Anschluss zur Einleitung von Schmutzwasser
in das Kanalnetz herzustellen. Dies wird in § 9 der gemeindlichen Entwässerungssatzung
(EWS, Anlage 1) geregelt und ist von Ihnen zu beachten. Nach § 9 Abs. 1 EWS ist jedes
Grundstück, das an die öffentliche Entwässerungsanlagen angeschlossen werden soll, vom
Grundstückseigentümer mit einer „Grundstücksentwässerungsanlage“ (Anschluss vom
Gebäude bis zum Revisionsschacht, s. Anlage 2) zu versehen, die den anerkannten Regeln
der Technik zu entsprechen hat.

  1. Was muss bei einem Anschluss an das Kanalnetz der Kommunalwerke
    beachtet werden?
    Nach § 9 Abs. 6 EWS dürfen Grundstücksentwässerungsanlagen nur durch fachlich
    geeignete Unternehmen hergestellt werden. Formstücke für Abzweigungen sollten
    max. 30° gebogen sein, um spätere Befahrungen mit einer Kamera und auch
    Spülungen zu erleichtern. Besonders hinweisen möchten wir auch auf § 9 Abs. 5,
    demzufolge sich jeder Anschlussnehmer selbst gegen einen Rückstau des Abwassers
    aus dem Abwassernetz zu schützen hat.
    Die Errichtung des Abwasseranschluss ist bei den Kommunalwerken gemäß
    Anlage 3 zu beantragen.
     
  2. Wie ist der Antrag zum Abwasseranschluss einzureichen?
    Der Antrag muss mindestens vier Wochen vor Baubeginn bei den Kommunalwerken
    eingegangen sein.
    Der Antrag kann schriftlich auf dem Postweg (Kommunalwerke Kaufering,
    Bayernstraße 9a, 86916 Kaufering) bzw. als Email an kommunalwerke@kaufering.de
    versendet werden.
     
  3. Technische Regeln
    Sämtliche Grundstücksentwässerungsanlagen sind gemäß den DIN-Vorschriften (DIN
    EN 12056 mit Restnorm DIN 1986 Teil 100 und DIN EN 752) auszuführen.
    Bei der Entwässerung tiefer liegender Räume ist besonders auf den Schutz gegen
    Rückstau zu achten (EN 12056-1 Abs. 5.5).
    Die Bestimmungen der Entwässerungssatzung der Gemeinde Kaufering sind
    einzuhalten. Oberflächen- und sonstige Abwässer dürfen nicht auf die öffentlichen
    Verkehrsflächen geleitet werden.
     
  4. Welche Kosten entstehen für einen Abwasseranschluss?
    Die Kosten für den Abwasseranschluss werden aufgeteilt. Die anfallenden Kosten im
    öffentlichen Bereich gehen zu Lasten der Kommunalwerke, die im privaten Bereich zu
    Lasten des Anschlussnehmers (Antragstellers).
     
  5. Wie geht es weiter?
    Sobald den Kommunalwerken Kaufering der Antrag Anlage 3 sowie ein
    satzungsgemäßer Entwässerungsplan vorliegt, wird im Falle eines nicht vorhandenen
    Anschlusskanals dieser von den Kommunalwerken Kaufering in Auftrag gegeben.
    Ist das Grundstück bereits durch einen Anschlusskanal erschlossen, kann nach
    Genehmigung des Entwässerungsplans die Grundstücksentwässerungsanlage vom
    Antragsteller erstellt werden.
    Bitte beachten Sie, dass der Wasserzähler für die Hausinstallation nur freigegeben
    werden kann, wenn alle Voraussetzungen für die Zulassung der
    Grundstücksentwässerung erfüllt wurden.
     
  6. Was gilt es beim Revisionsschacht zu beachten?
    Der Revisionsschacht ermöglicht jederzeit eine Kontrolle des Hausanschlusses durch
    den Grundstückseigentümer. Ein Verfüllen oder Überdecken des Revisionsschachtes
    ist aus folgenden Gründen nicht zulässig:

    •   Fehlender Druckausgleich bei Kanalreinigungen. Dies führt u.U. zu Austritt
        von Wasser aus Toiletten und sonstigen Abflussöffnungen im Haus.
    •   Es sind Grab- und/oder Pflasterarbeiten bei Kontrollen durch die
        Kommunalwerke Kaufering oder bei Verstopfungen der Abwasserleitungen
        nötig.
     
  7. Wie verläuft die Abnahme der Grundstücksentwässerungsanlage?
    Für den Neubau bzw. bei baulichen Änderungen von
    Grundstücksentwässerungsanlagen besteht auf Grundlage des §11 der
    Entwässerungssatzung eine Abnahmepflicht. Nach erfolgter Abnahme wird Ihnen ein
    gegengezeichnetes Abnahmeprotokoll (Anlage 4) durch die Kommunalwerke
    Kaufering ausgehändigt. In diesem Zusammenhang müssen folgende Punkte
    beachtet werden:

    •   Alle nicht überbauten Grundleitungen müssen in offenem Zustand (nicht
        verfüllt) von einem Mitarbeiter der Kommunalwerke Kaufering mittels
        Sichtprüfung abgenommen werden.
    •   Mindestens drei Tage vor dem gewünschten Abnahmetermin ist mit der
        Betriebsleitung der Kläranlage Kaufering ein Termin zu vereinbaren.
    •   Eine Abnahme erfolgt nur währenden den offiziellen Geschäftszeiten der
        Kommunalwerke Kaufering.
    •   Bei nicht erfolgter Sichtprüfung aufgrund von Versäumnissen des Bauherrn,
        kann eine TV-Inspektion der gesamten Grundstücksentwässerungsanlage
       gefordert werden. Die Kosten trägt der Bauherr.
     
  8. Wie findet der Dichtigkeitsnachweis der Grundstücksentwässerungsanlage
    statt?

    Die Prüfung der Dichtheit muss von einem fachlich geeigneten Unternehmen,
    welches nicht an der Bauausführung beteiligt war, durchgeführt werden. Das
    Unternehmen ist rechtzeitig vom Bauherrn zu beauftragen. Nachfolgende
    Aufzählungen sind zu beachten:

    •   Neubauabnahmen werden nach DIN EN 1610, Bestandskanäle nach
        DIN 1986-30 geprüft.
    •   Der Nachweis umfasst alle Rohrleitungen einschließlich der Anschlüsse,
        Schächte und Inspektionsöffnungen.
    •   Das Prüfprotokoll ist den Kommunalwerken Kaufering zu übersenden.
     
  9. Welche Bedingungen müssen für die Freigabe des Wasserzählers der
    Hausinstallation erfüllt sein?
     
    •   Genehmigter Entwässerungsplan
    •   Abnahme der Grundstücksentwässerungsanlage
    •   Dichtigkeitsnachweis durch Fachfirma


Für weitere Fragen steht Ihnen unser Abwassermeister Herr Matthias Wohlleib gerne zur
Verfügung.

Ansprechpartner
Abwassermeister: Matthias Wohlleib
Telefon Kläranlage: 08191 / 966164
E-Mail: klaeranlage@kaufering.de

 
Kaufering, den 01.01.2017

Erich Püttner
1. Bürgermeister und Werkleiter
Kommunalwerke Kaufering