Bürgermeister


Windkraft für die Zukunft unserer Kinder

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

auf unserer Webseite (www.kaufering.de - Umwelt + Natur - Windenergie) berichten wir sehr ausführlich über die geplanten Windkraftanlagen im Westerholz. Auch bei der Informationsveranstaltung am 09. Februar 2017 wurden differenzierende Argumente ausgetauscht. Hier ein paar Gedanken zu dem Thema (Auszug aus der Webseite):

Die Klimaerwärmung, die massiven Probleme, die sich durch die Nutzung der Atomkraft ergeben und die Endlichkeit der fossilen Ressourcen zwingen uns dazu, einen Weg hin zu einer umweltverträglichen Energieerzeugung zu finden. Auch der Markt Kaufering möchte seine Verantwortung für unsere sichere Zukunft ernst nehmen. So wurde in der Marktgemeinderatssitzung vom 09.11.2016 mit großer Mehrheit beschlossen, dass die Planung für Windenergiestandorte im Westerholz weiter vorangetrieben werden soll. Die geplante Fläche liegt im Süden des Westerholzes und ist rund 2 km und mehr vom Ortsgebiet Kaufering entfernt.
Bevor ein Windenergieprojekt realisiert werden kann, müssen jedoch zahlreiche Planungs- und Abwägungsschritte vollzogen werden. Dies dauert meist zwei bis drei Jahre. Sollten die Planungen im Markt Kaufering vorangetrieben werden, ist es ein klares Ziel, ausschließlich ein Bürgerwindenergieprojekt durchzuführen. Mit einer Bürgerbeteiligungsgesellschaft können sich die Bürger vor Ort direkt an den erwirtschafteten Gewinnen beteiligen und so von den Anlagen in ihrer Nachbarschaft finanziell profitieren.

Warum brauchen wir die Energiewende?
Die Energiewende ist eine zentrale Fragestellung unserer Zeit. Der Reaktorunfall im japanischen Fukushima im Jahr 2011, die immer deutlicher zu spürenden Folgen des anthropogenen Klimawandels durch den Ausstoß von Treibhausgasen, die Importabhängigkeit Deutschlands und die Endlichkeit der fossilen Ressourcen zeigen, dass es jetzt an uns liegt, die Weichen für eine saubere, umweltverträgliche und erneuerbare Energieversorgung stellen zu müssen.
Unsere Regierung definiert die Energiewende als den „Weg in eine sichere, umweltverträgliche und wirtschaftlich erfolgreiche Zukunft“. Die Ziele der Energiewende sind von der Bundesregierung klar festgelegt. Bis zum Jahr 2022 sollen die Treibhausgasemissionen um 40 % gesenkt werden und der Ausstieg aus der Kernenergie stattgefunden haben. Im Jahr 2050 sollen bereits 80 % des deutschen Stroms aus Erneuerbaren Energien stammen.
Wenn wir diese Ziele verwirklichen und unserer Verantwortung für eine sicher Zukunft gerecht werden wollen, müssen wir in ganz Deutschland die erneuerbaren Energien, insbesondere Photovoltaik und Wind, weiter ausbauen und den Atom- und Kohleausstieg weiter vorantreiben.

Was genau ist in Kaufering geplant?
Momentan wird über die Möglichkeiten der Windenergienutzung in Kaufering nachgedacht. Hierbei bietet sich eine Fläche im südlichen Westerholz an. Diese liegt nördlich des Marktes Kaufering im südlichen Westerholz. Auf dieser Fläche wäre Platz für voraussichtlich zwei Windenergieanlagen. Bevor ein Windenergieprojekt realisiert werden kann, müssen zahlreiche Planungsschritte vollzogen werden. Hierbei müssen zahlreiche K.O.-Kriterien abgearbeitet werden. Die Wichtigsten werden nachfolgend kurz dargestellt:
Es gilt zunächst die Windhäufigkeit und die Wirtschaftlichkeit am Standort zu untersuchen. Der Standort muss zudem auch für die Transporte (Rotorblätter und Turmteile) zuwegbar sein. Die Möglichkeiten des Netzanschlusses sind abzuklären. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Klärung der Vereinbarkeit des Projekts mit ziviler und militärischer Luftfahrt. Zudem muss genauestens untersucht werden, ob die Windenergieanlagen negative Auswirkungen auf Natur, Umwelt, Mensch und Landschaft haben.
Nur wenn alle diese Punkte abgearbeitet und unkritisch sind, kann ein Antrag auf Genehmigung der Anlagen gestellt und das Projekt weiter vorangetrieben werden.
In Kaufering würde frühestens im Jahr 2017 mit den ein-Jahr-andauernden artenschutzrechtlichen Untersuchungen begonnen werden.

Wieso wird in Kaufering über Windräder im Wald diskutiert?
Die bayerische Landesregierung hat im Jahr 2014 die bayerische Bauordnung geändert. Darin entprivilegiert sie Windenergieanlagen im Außenbereich, solange diese nicht einen Abstand von ihrer zehnfachen Höhe zur Wohnbebauung einhalten. Bei modernen Anlagen, wie sie hier in Süddeutschland gebaut werden, sind dies meist rund 2.000 Meter (10 H). Der Markt Kaufering hat, im Unterschied zu vielen anderen bayerischen Ortschaften, jedoch hochgelegene Flächen, die 2.000 m Meter und mehr vom Ortsgebiet entfernt sind. Diese halten somit die erforderlichen Abstände gemäß der 10 H-Regelung ein und sind auch laut dem neuen Gesetz weiterhin privilegiert für den Ausbau der Windenergie. Diese Flächen befinden sich teils südlich des Westerholzes auf Freiflächen, größtenteils jedoch im Wald. Durch die Planung an diesen Flächen kann durch Einhaltung der großen Abstände ein maximaler Schutz der Bevölkerung vor Schall und Schatten gewährleistet werden.

Wer die Energiewende will und damit den Ausstieg aus den fossilen Energieträgern, die sehr gegrenzt sind und unser Klima auf das Äußerste belasten, kommt  an den alternativen Energieträgern nicht vorbei. Die Natur bringt uns Sonne und Wind ohne Bezahlung – diese zu nutzen ist das Gebot der Stunde. 

Herzlicher Gruß
Ihr
 
Erich Püttner
1. Bürgermeister