Bürgermeister


Letzter Leitartikel von Bürgermeister Erich Püttner

Verehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger,

mit diesem meinem letzten Leitartikel im Kauferinger Mitteilungsblatt darf ich mich als Bürgermeister der vergangenen sechs Jahre bei Ihnen verabschieden.

Diese vergangenen Jahre waren sehr bewegt:

  • die Marktgemeinde hat die 10.000 Einwohner Hürde geschafft,
  • der Marktgemeinderat wurde 2014 fast zur Hälfte mit neuen Personen besetzt, auf 25 Personen erweitert und musste sich neu finden,
  • die Verwaltung wurde umstrukturiert und die Kommunalwerke sind selbständig geworden,
  • es wurde sehr viel Geld in die Sanierung und Instandsetzung von Gebäuden, Straßen, Kanal-  und Wassernetz investiert,
  • es mussten einige unangenehme Sachverhalte aufgearbeitet werden,
  • es wurde eine Städtefreundschaft mit Island ins Leben gerufen,
  • der Senioren- und Jugendbeirat nahm die Arbeit auf,
  • die Schulden verringerten sich, trotz erheblicher Ausgaben,
  • im Seniorenstift werden umfangreiche Sanierungsarbeiten durchgeführt,
    das Heizwerk geht langsam in Richtung „schwarze Null“,
  • der Bahnhof wird in den nächsten zwei Jahren barrierefrei
  • und wir haben einen European Energy Award  errungen.

All diese Aufgaben gehen nur in einem guten Zusammenspiel: Auf der einen Seite der gewählte Marktgemeinderat als Vertreter der Bürger, welcher die Entscheidungen trifft, und auf der anderen Seite die Kolleginnen und Kollegen der Verwaltung, welche die Beschlüsse umsetzen und die Projekte realisieren.

Mitarbeiter

Alles was hier geleistet wurde, ist Teamarbeit. Darum ist es mir ein großes Anliegen, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Marktes sehr herzlich für ihren großen und unermüdlichen Einsatz zu danken. Die Aufgaben sind sehr vielfältig, sie gehen von der Reinigung und den Hausmeistern in der Schule, der offenen Ganztagsschule, der Volkshochschule und Bücherei bis zum Kommunalen Servicebetrieb mit dem Bauhof, dem Gebäudeservice und der Sporthalle.

Neben diesen Außenstellen liegt natürlich die Schnittstelle zu unseren Bürgern im Rathaus. Hier werden Ausweise ausgestellt, im Standesamt viele Angelegenheiten von der „Wiege bis zur Bahre“ getätigt, Bauanträge bearbeitet, Grundstücke verwaltet, Friedhofsangelegenheiten geregelt, die Liegenschaften und die Finanzen verwaltet, freundlich im Vorzimmer empfangen und vieles mehr. 

Nicht zu vergessen unsere großen Abteilungen, die sehr viel, auch finanziell, bewegen, der Tiefbau und der Hochbau. Dann sind die Kommunalwerke ein weiterer, großer Bereich mit dem vielfältigen Versorgungsauftrag für Wasser, Abwasser und Wärme. Leider kann ich hier nicht allen namentlich danken, aber bei den Abteilungsleitern, mit denen die Zusammenarbeit sehr eng war, möchte ich diese doch tun. Herzlichen Dank an Herrn Biedermann (Geschäftsstellenleiter), Frau Endres (nichttechn. Bauamt), Frau Reinberg (Allg. Verwaltung/Personal), Herrn Plaß (Finanzverwaltung und Liegenschaften), Herrn Giampa (Tiefbau), Herrn Bader (Hochbau), Herrn Kawohl (Komm. Servicebetrieb) und den Kollegen Betriebsleiter der Werke mit Frau Nitsche (Kaufm. Leitung). Es war immer eine gute und konstruktive Zusammenarbeit bei all den Projekten zum Wohle unseres Marktes Kaufering.

Marktgemeinderat

Der Marktgemeinderat (MGR) ist in unserer repräsentativen Demokratie das wesentliche Entscheidungsgremium. Nach zwei Jahren Amtszeit, im Jahr 2014, wurde neu gewählt und es kamen  mehr als die Hälfte neuer Mitglieder in den Marktgemeinderat, welcher ab diesem  Zeitpunkt auf 25 Personen erweitert wurde. Es war eine Findungs- und Einarbeitungsphase notwendig und viele Projekte waren schon am Laufen. Deshalb gab es oftmals sehr kontroverse Diskussionen, da alle ihre Meinungen und Ideen haben. Viele Beschlüsse wurden fast einstimmig gefasst,  manche sehr knapp. Auch bei all den sachlichen Auseinandersetzungen war es immer möglich, dass man sich auf der persönlichen Ebene gut begegnen konnte. Leider hat der MGR gerade in der Anfangszeit viel Energie in die Aufarbeitung von Beanstandungen des Bayer. Kommunalen Prüfungsverbandes und der Rechtsaufsicht investieren und hier sehr unangenehme Beschlüsse fassen müssen. Dies hat sehr viel Energie gekostet und die Weiterführung sinnvoller Projekte verzögert.
Die manchmal geäußerte Außenwirkung von einem Zerwürfnis und einer schwierigen Arbeitsatmosphäre, war so nie richtig widergegeben. Sicherlich wurde oft heftig diskutiert und nicht sofort ein Ergebnis erzielt, aber dafür sind politische Debatten ja auch da. Die wichtigen Entscheidungen sind dann fast immer mit großer Mehrheit getroffen worden.

An dieser Stelle gilt allen Kolleginnen und Kollegen des Marktgemeinderates mein herzlicher Dank für die immer konstruktive und faire Zusammenarbeit, wenn es für mich auch nicht immer leicht war, die Sitzungen zu leiten. Was mir besonders wichtig ist: Wir können uns alle in Augen schauen und uns auch außerhalb der Gremienarbeit freundschaftlich begegnen, das ist was zählt und auch Bestand hat.

Ein besonderes zähes Ringen war und sind immer die Haushaltsberatungen. Alle sind dafür angetreten, die Schulden des Marktes zu senken, was aber leider angesichts der vielen notwendigen Investitionen sehr schwierig ist. In vielen Haushalts-Sitzungen wurde gefeilscht und gestrichen, um möglichst ohne eine neue Kreditaufnahme auszukommen.

Es ist doch gelungen die Verschuldung zu senken, trotz eines großen Investitionsvolumens.

Eine Verschuldung Ende 2018 von 9,9 Mio. Euro und 0,66 Mio. Euro Rücklagen, dabei Investitionen in den vergangenen sechs Jahren im Markt (mit Feuerwehr) von 23,7 Mio.  Euro und Unterhalt von Gebäuden und Straßen von 2,2 Mio. Euro.

Hier sei auch unserem Kämmerer gedankt, der immer das Sparen in den Vordergrund gestellt und alle Fördermittel optimal ausgeschöpft hat.

Hinzu kommen die Investitionen der Kommunalwerke ca. 3 Mo. Euro und des Seniorenstift ca. 2,5 Mio. Euro

Bauen

Auf einige Projekte der vergangenen Jahre möchte ich etwas näher eingehen. Wie bereits geschrieben, diese Maßnahmen wären ohne die gute Zusammenarbeit von so vielen und die verantwortliche Projektsteuerung der einzelnen Abteilungsleiter nicht möglich gewesen. Sie haben immer ein sehr hohes Maß an Engagement und Fachlichkeit eingebracht, nur darum konnten alles erfolgreich und nachhaltig für die Zukunft abgeschlossen werden. Dabei hat immer ein wichtiger Grundsatz das Handeln geleitet, „Qualität vor Schnelligkeit“, damit für die nächsten 30 – 40 Jahre hier kein neuer Handlungsbedarf entsteht.

Gleich zu Beginn der Amtszeit stand der Neubau des Kinderhauses Maria Himmelfahrt an. Hier waren der Architektenwettbewerb und die Planung bereits abgeschlossen. Es wurde ein Ersatz-Kindergarten errichtet, die alten Gebäude abgebrochen und in einer Bauzeit von knapp einem Jahr das neue Kinderhaus gebaut. Hier sind nun vier Gruppen und zwei Kinderkrippen untergebracht.

Ein sehr langer Diskussionsprozess ging um die Schwaben- und Schlesierstraße. Hier stand eine Sanierung schon sehr lange an und wurde dann in einem sehr soliden Ausbaustandard umgesetzt.

Die Schulturnhalle  an der Grund- und Mittelschule hatte leider oder zum Glück einen Wasserschaden, dadurch wurde die sehr problematische, erst vor kurzem fertiggestellte, Bauausführung deutlich. Hier wurde fast ein kompletter Neubau notwendig, der auch leider den schulischen Sport sehr stark einschränkte.

Die Dreifach-Sporthalle war in die Jahre gekommen. Hier wurde in einem dreijährigen Sanierungsprojekt eine komplette energetische Sanierung durchgeführt, die Heizungs- und Lüftungsanlage, Prallschutzwände, Toilettenanlage, Brandschutz erneuert, einen Aufzug eingebaut, die Decke saniert und einiges mehr.

Durch den Wegfall des Veranstaltungsraumes im  Jugendzentrum OVAL war ein Neubau eines neuen Raumes notwendig. Hier entstand nun ein Anbau, der wieder für größere Veranstaltungen genutzt werden kann.

Die Grund- und Mittelschule und auch die Mittagsbetreuung hatten einen Bedarf für eine Mensa. Hier waren viele Ideen, Planungen und Beschlüsse notwendig, bis nun der jetzige Standort festgelegt wurde. Nun ist die Mensa im Betrieb und seit den Faschingsferien wird hier gekocht und die Kinder der Schulen und der Mittagsbetreuung werden mit leckerer Frischkost verpflegt.

Die Nord-Ost-Spange, mit dem Kreisverkehr und der Anbindung an die B17 alt, hat eine neue Zufahrtsmöglichkeit gebracht und die neuen Baugebiete im Norden optimal angeschlossen.

Das Toilettenhaus und die Doppelstöckigen Fahrradabstellanlage hat die Nutzerqualität  an unserem Bahnhof verbessert. Dies waren alles Leistungen unserer Gemeinde, da sich die Bundesbahn hierfür nichts investiert.

Durch die Erneuerung der Slipanlage am Lech, auf Höhe des Lechtalbades, wurde für die  Rettungsboote der Einsatzkräfte eine schnelle Einsetzmöglichkeit geschaffen.

Der Schwiftinger Weg wurde sehr lange aus haushaltstechnischen Gründen geschoben. Nun wurde die schon längst fällige Sanierung durchgeführt und wieder eine sehr gute Befahrbarkeit hergestellt.

Besonders die vielen kleinen Maßnahmen an unserem fast 40 km Straßennetz kosten sehr viel Mühe, unter anderem die Bordsteinabsenkungen für eine barrierefreie Gemeinde und der Umbau unserer Straßenlampen auf LED-Technik, die erhebliche Einsparungen im Stromverbrauch bringt.

In unseren Friedhöfen wurden die Wege teilweise neu hergerichtet, neue Urnengrabfelder erstellt und eine neue Urnenmauer gebaut. Eine neue Bestattungsform „unter den Bäumen“ wird ab diesem Sommer möglich sein. Leider konnte die gewünschte Sanierung der Friedhofskapelle in Kaufering West nicht realisiert werden.

Da das Ufer des Mühlbaches an der Müller-Hahl-Straße immer mehr durchnässte, musste hier nachhaltig eine Lösung gefunden werden. Dieser Abschnitt ist in ein Betonbett gefasst und gestaltet worden.

Unsere Spielplätze sind in einem hervorragenden Zustand und am Berliner Ring wurde ein Neuer für die Kinder gebaut.

Interne Organisation

Die Organisationsstruktur der Verwaltung wurde umgebaut, die wesentlichste Veränderung war dabei, dass die Kommunalwerke komplett selbständig und verwaltungstechnisch ganz vom Markt getrennt wurden. Dies war verbunden mit dem Umzug in die Bayernstraße und dem Aufbau einer eigenen Rechnungslegung auf der Basis der Doppik.

Die bisherige Verantwortung des Bauhofes wurde um einen Gebäudeservice für alle gemeindlichen Gebäude erweitert, wozu auch die Sporthalle und die Schulen einbezogen wurden. Das Ganze wird unter einer neuen Abteilung, dem Kommunalen Servicebetrieb zusammengefasst.

Ebenso wurde in der Hauptverwaltung das nicht-technische Bauamt mit einer Abteilungsleitung besetzt und eine Abteilung für Allg. Verwaltung und Personal geschaffen.

Schmittenbauer

Ein langer Diskussionsprozess und viel Hin und Her, letztendlich fasst der MGR den Beschluss das Gebäude abzureisen. Nun wartet das Grundstück auf eine neue, sinnvolle Nutzung.

Kommunalwerke

Die Kommunalwerke haben die wesentliche Aufgabe der Daseins-Vorsorge, die Kauferinger Bürger mit Wasser und Wärme zu beliefern und das Abwasser zu entsorgen.

Dabei war und ist das Sorgenkind das Heizwerk, da es jährlich Defizite verursacht. Allerdings muss hier das gesamte Paket „Regenerative Energie“ gesehen werden, dazu gehören auch unsere Photovoltaik-Anlagen, die erhebliche Erträge generieren und damit das Defizit der Wärme kompensieren. Dies alles für die Umwelt, aus diesem Zusammenspiel von Hackschnitzelheizung und PV-Anlagen kann Kaufering für den Klimaschutz jährlich ca. 18.000 to CO2 einsparen – genau betrachtet ein toller Erfolg für unsere Zukunft.

Die Entwicklung zeigt nun, dass das Heizwerk auf einen guten Weg zu einer „schwarzen Null“ ist, in diesem Jahr rechnen wir noch mit einem Verlust von 200 Tsd.€, mit Tendenz nach unten.

Damit das Heizwerk davon wegkommt, im Sommer erhebliche Mengen an Wärme wegzukühlen, wurde ein Gas-Blockheizkraftwerk mit 1,2 MW nachgerüstet, welches die Sommerlast übernehmen kann und damit ermöglicht wird, dass der Biomasseofen im Sommer abgeschaltet werden kann.

Ferner wurden mit dieser Baumaßnahme zwei Wärme-Speicher mit je 100 m3 gebaut, welche den Wärmeüberschuss speichert und gezielt bei hohem Bedarf abgeben kann.

Ein weiteres Problem wurde gelöst, die Belastung an Feinstaub war immer zu hoch. Hier wurde ein weiterer Feinstaub-Elektrofilter in Reihe an den bestehenden angebaut.

Unsere Wasserversorgung hatte 2016 ein Problem, es wurden Coliforme Keime festgestellt, welche nach einer Sanierung der Quellsammelleitung freigesetzt wurden. Damit diese Belastung in der Zukunft nicht mehr besteht, wurde eine UV-Anlage  in die Förderleitung eingebaut, welche solche Keime beseitigt. Ferner wurde zur Sicherheit ein leistungsfähiges Notstromaggregat angeschafft.

Ein großes Thema in unserem Wasserleitungsnetz sind die Rohrbrüche, welche in manchen Gebieten von Kaufering erheblich sind. Deshalb müssen jährlich einige hundert Meter unseres Wasserleitungsnetz saniert werden. Hier wurden in den vergangenen Jahren die Lechfeld-, Raiffeisen-, Rudolf- und Karlstrasse, das Höfle und der Winterweg realisiert.

Im gleichen Maße muss auch das Kanalnetz jährlich mit Kameras befahren  und über weite Strecken danach auch saniert werden.

Die Sanierung von Wasser- und Kanalsystem wird in den nächsten Jahren weiter eine sehr große Herausforderung bleiben, welche so unter der Erde nicht gesehen wird, aber viele Million Euro kostet.

Im Klärwerk wurde in jedes Becken ein neues Rührwerk eingebaut, in diesem Jahr wird die Belüftung erneuert, dazu müssen die Becken entleert werden.

Unser Wasserschutzgebiet hat die höchste Priorität, deshalb sind wir mit den bewirtschaftenden Landwirten der Flächen ständig in Kontakt und belohnen über einen sehr engen Vertrag die Vermeidung von schädlichen Einträgen (u.a. Nitrat) mit hohen Ausgleichszahlungen. Gerade bei der Senkung des Nitratgehaltes zeigt sich hier ein langfristiger Erfolg.

Freiwillige Feuerwehr

Die ehrenamtlichen Leistungen der Freiwilligen Feuerwehr sind von unschätzbarem Wert und werden auch bei allen Gelegenheiten besonders hervorgehoben, gewürdigt und geschätzt.

Auch materiell ist die FFW in den letzten sechs Jahren erheblich erweitert worden. Es kam eine neue Drehleiter, das Wechsellader-Konzept des Landkreis hat ein Trägerfahrzeug mit Material für Bahnunfälle und weitere Einsatz-Container im Standort Kaufering gebracht, der Digitalfunk wurde eingeführt. Ferner ist ein aufwendiger Feuerwehrbedarfsplan erstellt worden, der die Grundlage für die weitere Entwicklung ist.
Als weitere große Anschaffung wurde eine HLF 20 und eine Kommandowagen bestellt, welche nun bald im Einsatz sind. Für das größte Projekt, der Neubau des Feuerwehrhauses, wurde die Planung gestartet.

Flüchtlinge – Asylsuchende

Nichts hat in den vergangenen Jahren Deutschland mehr beschäftigt als die Flüchtlingswelle. Diese ist auch bei uns angekommen, da in der ehemaligen Tennishalle eine „Drehscheibe“ des Landkreises für bis zu 300 Menschen eingerichtet wurde. Es kam nicht so, es leben aber nun ca. 100 Asylsuchende und auch anerkannte Flüchtlinge dort, in weiteren Unterkünften leben ca. 80 Menschen.

Ein rühriger Kreis von Ehrenamtlichen hat sich gleich zu Anfang gekümmert, die evang. Kirche hat eine hauptamtliche Asylberatung aufgebaut und der Markt über die VHS sehr schnell Sprach- und Integrationskurse angeboten und später eine Integrationsbeauftragte eingestellt. Es passiert sehr viel und es sind gute Erfolge zu verzeichnen. Integration ist die Aufgabe mindestens einer Generation. Ein herzlicher Dank an alle ehren- und hauptamtlichen Akteure für diesen bemerkenswerten Einsatz.

Städtefreundschaft

Es ist sicherlich ein Highlight für einen Bürgermeister, wenn er eine Städtefreundschaft mit einer Stadt in Island schließen darf. Auf Initiative einer sehr engagierten Bürgerin konnten wir dies mit Ísafjörður, einer Stadt im  Nordwesten machen.
Nun hatten wir schon viel Besuch der unterschiedlichsten Gruppen hier in Kaufering und unsere Schüler der Real- und Montessori-Schulen pflege einen regen Schüleraustausch. Auch konnten wir unseren Klima-Gedanken nach Island tragen und es wurden dort ca. 30.000 Bäume aus den bayerischen Alpen gepflanzt – ein schöner Anfang.

Nachhaltige Forstwirtschaft

Das Konzept für eine nachhaltige Fortwirtschaft konnte weiterentwickelt werden und die Ergebnisse fließen nun in ein europäisches Projekt zum Schutz unserer Böden ein - Link4soil. Ein schöner Erfolg besonders für uns Kauferinger, da die Schutzfunktion unserer Wälder um unseren Ort sehr hoch ist, was uns in der Zukunft die Lebensqualität erhält. Dies haben wir unserem ehemaligen Förster zu verdanken. 

Genauso verhält es sich mit jedem Baum in unserem Ortsbild, jeder davon hat einen unschätzbaren Wert für die Klimaleistung und gegen die Auswirkungen der Erderwärmung.

Bahnhof barrierefrei

Unser Bahnhof ist leider noch nicht barrierefrei und die Bahnsteige noch nicht über Aufzüge erschlossen. Aber es gibt eine gute Nachricht: Nach einem zähen, politischen Ringen aller Parteien auf Landesebene, haben wir die Zusage, dass der Umbau spätestens 2020 / 21 abgeschlossen ist. Der Markt plant bereits jetzt den Zugang von der Bahnhofstrasse aus.

Seniorenstift

Im Seniorenstift wurde lange über eine Aufstockung diskutiert, da die undichten Dächer erneuert werden mussten. Der Stiftungsrat hat sich aber nur für diese Sanierung entschieden, da der Bedarf von 62 stationären Plätzen auch in Zukunft für die Kauferinger Bürger ausreicht. Nun wurden die Dächer erneuert, die Pflegebäder sehr schön neu gestaltet, die Eingangsbereiche (Automatikschiebetüren) folgen in diesem Jahr, ebenso die komplette Entwässerung.

Breitbandausbau

Mit Unterstützung des Freistaates Bayern findet im gesamten Gemeindegebiet durch die Deutsche Telekom teilweise ein eigenwirtschaftlicher bzw. geförderter Ausbau statt. Im Dorfgebiet konnte Ende Januar der Ausbau abgeschlossen werden und steht zur Verfügung, leider verzögert sich die Realisierung westlich des Lechs noch bis Sommer (Ziel 30 Mbit/s Download).

Windkraft

Ein wichtiges Projekt für eine weitere ökologische Entwicklung wäre der Bau von zwei Windkraftanlagen im Westerholz gewesen. Damit hätten wir einen weiteren Schritt zu einer klimaschonenden, alternativen Energieerzeugung gehabt. Leider haben Gründe der Landesverteidigung dieses Projekt  beendet.

Bauland-Entwicklung

Ganz konkret mit einer entsprechenden Planung und kurz vor Aufstellung des Bebauungsplanes, ist die Entwicklung vom sozialen Geschosswohnungsbau im Baugebiet Lechfeldwiesen V, nördlich des Berliner Rings. Hier werden sicherlich sehr zeitnah entsprechende Wohnungen entstehen. Auch wurden die rechtlichen Bedingungen für den Grunderwerb für das Bauerwartungsgebiet nördlich des Ahornringes verhandelt, hier ist es noch ein weiterer Weg bis zur Planungsreife.

Mehr-Generationen-Wohnen

Leider konnte ein großer Wunsch nicht realisiert werden, eine Mehr-Generationen-Wohnanlage. Dazu war die Zeit noch nicht reif, da die Wohnbauprojekte erst in der nächsten Zukunft folgen.

Bebauungs-Pläne

Eine sehr zeitaufwendige und mühsame Aufgabe ist die Erstellung der Bebauungspläne für Kaufering-Ost. Hier ist das wesentliche Ziel, dass der dörfliche Charakter erhalten bleibt und eine ungebremste Zersiedelung durch einen unkontrollierten Wohnungsbau nicht stattfinden kann. Dies ist nur mit einer Bebauungsplanung möglich, die als „örtliches Gesetzgebungsverfahren“ mit der Beteiligung der Bürger erfolgt. Ein B-Plan ist rechtskräftig, zwei andere folgen in Kürze. Der MGR hat sich auf jeden Fall auf einen Rahmenplan verständigt, der die Richtlinie für den gesamten Prozess ist.

Beiräte

Der Seniorenbeirat und der Jugendbeirat wurden ins Leben gerufen. Der Jugendbeirat wird alle zwei Jahre von einer Jungbürgerversammlung gewählt. In seiner Amtszeit bringt er die Anliegen und Fragen der Jugendlichen in die Arbeit des MGR ein und macht einige Projekte.
Der Seniorenbeirat mit seinen vielfältigen Aktionen und Vorträgen ist eine echte Bereicherung für unsere (älteren) Mitbürger.

Klimaschutz-Konzept

In Zusammenarbeit mit eza wurde in einem Arbeitskreis ein Klimaschutz-Konzept entwickelt, welches der MGR beschlossen hat. In den letzten Jahren sind die festgelegten Maßnahmen umgesetzt und Neue entwickelt worden.
Der Erfolg für diesen konsequenten Weg war die Auszeichnung mit dem „Europan Energie Adward“, auf den wir stolz sind. Einen wesentlichen Beitrag daran hat unser Biomasse-Heizkraftwerk, das darf nicht vergessen werden. Auch laufen in allen Arbeitsbereichen bereits fünf  Elektroautos als Dienstfahrzeuge.

Verkehrsleitbild

In einem Arbeitskreis wurde für die Marktgemeinde Kaufering ein Verkehrsleitbild erarbeitet und vom MGR beschlossen. Darin wurde festgelegt, dass eine menschenverträgliche Verkehrsentwicklung angestrebt wird.

Dazu wurden u.a. folgende Leitziele gesetzt: 

  • Verminderung von vermeidbaren Verkehren, 
  • Verlagerung von Verkehren auf umweltfreundliche Verkehrsmittel,
  • Verträgliche Steuerung und Abwicklung des unvermeidbaren Verkehrsaufkommens,
  • Förderung des nichtmotorisierten Verkehrs (Fußgänger- und Radverkehr) und der Barrierefreiheit.

Tempo 30-Zonen

Ein wesentliches Ziel unseres Verkehrsleitbildes und des Klimaschutz-Konzeptes war die Umsetzung der Tempo 30-Zonen flächendeckend im gesamten Gemeindegebiet. Wie noch allen gut in Erinnerung ist, hat es nach einem zähen Ringen im MGR einen knappen Beschluss für die Umsetzung gegeben. Dabei war immer die Frage, „Was sind Durchgangsstraßen?“ Ich persönlich bin der festen Überzeugung, dass Tempo 30 und Rechts-vor-Links den Verkehr beruhigt, die Achtsamkeit steigert und ein erhebliches Maß an Lebensqualität bringt.

Straßenausbaubeitrags-Satzung

Die Einführung der Straßenausbaubeitrags-Satzung war die heftigste Auseinandersetzung im MGR und hat den längsten Entscheidungsprozess gefordert, eine unendliche Geschichte. Der Höhepunkt war die Verweigerung der Genehmigung unseres Haushaltes 2016 durch die Rechtsaufsicht, da eine Kreditaufnahme in den Werken notwendig war. Nach langem Hin und Her wurde die Satzung dann im November 2017 beschlossen – und nun? – wie es aussieht alles umsonst, der Bay. Landtag will noch vor der Landtagswahl alles kippen will.

Aufarbeitung Prüfbericht Bayer. Komm. Prüfungsverband

Leider war gleich nach dem Beginn der Amtszeit eine unangenehme Aufgabe zu bewerkstelligen, die sich sehr viele Monate hinzog, unliebsame Auseinandersetzungen brachte und Maßnahmen notwendig machten, welche schwer vermittelbar waren. Es war ein umfangreicher Prüfbericht des Bay. Kommunalen Prüfungsverbandes, der kritische Abweichungen von den gültigen Rechtsnormen beanstandete. Die Kommunale Rechtsaufsicht forderte diese Abweichungen zu bearbeiten, wobei die Maßnahmen in der Spitze sehr unangenehm waren. Hier musste der MGR viele Beschlüsse fassen, es waren Rechtsanwälte beschäftigt und mussten leider auch Gerichte bemüht werden.
Auch wenn es in der Öffentlichkeit manchmal so kommentiert wurde, dass es persönlich gegen den früheren Bürgermeister gerichtet war, so ist dies in keiner Weise richtig. Es waren rein sachlich begründete Abweichungen von geltendem Recht, welche bereinigt werden mussten. Dies hat ja auch die Disziplinarkammer mit ihrem Urteil bestätig.

Ehrenamt

Besonders stolz sind wir auf unsere 80 Vereine, mit den vielfältigen Angeboten. Jeder Bürger findet bestimmt eine Betätigung, die seinen Neigungen entspricht.
Dabei ist das sehr große ehrenamtliche Engagement der vielen Vorstände, Trainer, Übungs- und Gruppenleiter nicht hoch genug zu schätzen – an dieser Stelle noch einmal ein besonders herzlicher Dank. Gerade die Jugendarbeit wird durch eine entsprechende Bezuschussung sehr gefördert.

Regelmäßige Treffen mit den Vereinsvorständen und vielfältige Besuche bei Versammlungen und Festen haben einen sehr engen Kontakt gebracht und mir immer viel Freude bereitet. Auch konnten immer wieder besondere Persönlichkeiten geehrt werden. Besonders ist hier der Höhepunkt unserer Brauchtumspflege zu nennen, unsere Leonhardi-Fahrt. Ein besonders beeindruckendes Beispiel für den Zusammenhalt von Vereinen war die Errichtung des Dorfstadls durch die Gruppierungen in Kaufering-Ost.

Nun sind schon sechs Jahre und damit eine Amtszeit vorbei. Ohne Erfahrung als Marktgemeinderat und ohne Einarbeitung begann ich das Amt als 1. Bürgermeister des Marktes Kaufering.

Es ist eine sehr schöne Aufgabe, gerade wenn man bei den Menschen und ihren Anliegen ist.
Es ist aber auch nicht  immer leicht, sich in alle Themen einzuarbeiten oder jemandem aus rechtlichen oder organisatorischen Gründen nicht entsprechen zu können. Dabei war ich bei Weiten sicherlich nicht perfekt, aber habe immer versucht, aufrecht und ehrlich meine Arbeit zu machen und war gelegentlich auch an meinen persönlichen Grenzen.

Es ist sicherlich vorgekommen, dass ich nicht allen Menschen so entsprochen habe, wie sie es sich von mir erwartet haben und deswegen enttäuscht oder gekränkt wurden, darum bitte ich um Verzeihung.


Das, was Hermann Hesse mit seinen „Stufen“ sagt, hat mich schon mein Leben begleitet und es trifft auch nun für diese Stufe aus dem Amt des Bürgermeisters zu:

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
an keinem wie an einer Heimat hängen,
der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Von ganzen Herzen wünsche ich jeder Mitbürgerin und jedem Mitbürger das Wichtigste im Leben: Gesundheit und das Finden und die Erfüllung des eigenen Lebenssinns.
Dazu wünsche ich von Herzen Gottes Segen und alles erdenklich Gute.

Zum letzten Mal
Ihr
Erich Püttner, 1. Bürgermeister